Wie schreibe ich ein Buch?

Spannend schreiben (9 Tipps & Infografik)

zuletzt bearbeitet am 11. Mai 2019

veröffentlicht am 04. Jan 2019 von Melanie Naumann

Kommentare: 2

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Wie kann ich spannend schreiben?

Spannend schreiben (9 Tipps & Infografik) - Wie kann ich spannend schreiben?

Wie schreibt man einen Roman, den man nicht mehr aus der Hand legen will? Hier erfährst du, wie du spannend schreiben kannst.


Erfahre in diesem Beitrag, wie du spannende Szenen schreiben kannst. Insgesamt sind es neun Tipps, die du sofort in deinem Manuskript anwenden kannst, um spannender zu schreiben.

Außerdem gebe ich dir einen besonderen Tipp, mit dem du überprüfen kannst, ob jedes Kapitel deiner Geschichte das Interesse der Leser hält.

 

Inhalt

 

Definition: Spannend schreiben

Wer den Leser mit seinen Worten fesseln will, der muss rücksichtslos in der Überarbeitung seines Manuskriptes sein. Man muss Unnötiges streichen. Vor allem damit man sich nicht in Exposition und in Beschreibungen verliert.

Aber um Spannung zu erzeugen, bedarf es mehr als einer affinen Wortwahl und spannenden Sätzen. Wer Comics liest, der weiß, dass selbst Bildergeschichten präzise eine spannende Geschichte erzählen können.

 

Aber was ist Spannung überhaupt?

Im Duden lesen wir die folgende Definition von Spannung:

  1. auf etwas Zukünftiges gerichtete erregte Erwartung, gespannte Neugier
    Beispiel: Die Luft im Saal knisterte. Bald war es so weit.
  2. Beschaffenheit, die Spannung erregt
    Beispiel: Er hatte heute Geburtstag. Was würde die Klasse ihm schenken, wenn er aus dem Lehrerbüro kam?
  3. Erregung, nervöse Unausgeglichenheit
    Beispiel: Er saß vor seinem Arbeitsblatt und zappelte unruhig hin und her. Er dachte nur an ihre Einladung, nicht aber mehr ans Lernen.
  4. gespanntes Verhältnis; latente Unstimmigkeit, Feindseligkeit
    Beispiel: »Hast du schon die letzte Podcast Episode gehört? Die beiden haben sich richtig in der Wolle gehabt.«

 

 

Welche Möglichkeiten gibt es, spannend zu schreiben?

Es gibt neun Möglichkeiten, um das Interesse des Lesers zu halten. 

1. Fragen unbeantwortet lassen

Der Leser hat nicht all die Informationen, welche der Protagonist in der Geschichte besitzt. Tipp: Um ein Geheimnis/Rätsel für den Leser zu schaffen, sollte man nicht alles sofort erklären. Der Leser muss selbst herausfinden, was eine Figur verschweigt. Diese Ungewissheit treibt die Handlung voran. Tweet: Tipp 1 - Spannend schreiben, indem der Leser nicht all die Informationen hat, welche der Protagonist in der Geschichte besitzt. @MelNaumannhttps://storyanalyse.de/blog/aufbau/spannend-schreiben/

2. Fragen aufwerfen

Der Leser und der Protagonist in der Geschichte besitzen den selben Kenntnisstand / die gleichen Informationen. 

Indem der Autor neue Begebenheiten / Umstände / Personen einführt, kann er Spannung erzeugen. Weder der Protagonist noch der Leser wissen, was sie von der Wendung der Ereignisse halten sollen und was die Konsequenzen sein werden. Gleichzeitig gerät der Protagonist in eine Krise. (Mehr dazu gleich). Tweet: Tipp 1 - Spannend schreiben, indem der Leser nicht all die Informationen hat, welche der Protagonist in der Geschichte besitzt. @MelNaumannhttps://storyanalyse.de/blog/aufbau/spannend-schreiben/

3. Dem Leser Antworten geben, die der Protagonist noch nicht hat

Der Leser hat mehr Informationen, als die Figur in der Geschichte besitzt. Der Leser weiß also mehr als der Protagonist. In Schauergeschichten weiß der Leser / Zuschauer meist vor dem Protagonisten, welch Grauen auf ihn lauert. Oder wir wissen in einer Actiongeschichte, was der Antagonist vorhat und sehen, wie der Protagonist in die Falle tappt. Auf diese Weise schafft man dramatische Ironie. Tweet: Tipp 1 - Spannend schreiben, indem der Leser nicht all die Informationen hat, welche der Protagonist in der Geschichte besitzt. @MelNaumannhttps://storyanalyse.de/blog/aufbau/spannend-schreiben/

Mehr zur Fokalisierung kannst du hier nachlesen: Drei Wege, um Neugier zu wecken

Mehr dazu: Gruselgeschichten spannend schreiben
9 Tipps, wie man spannend schreiben kann

4. Entwickle Komplikationen

Hier beziehe ich mich nicht auf die steigenden Komplikationen, die dem Protagonisten das Erreichen seines Zieles erschweren sollen, sondern hier geht es um die Schaffung von Kleinigkeiten, die in ihrer Gesamtheit einen großen Einfluss auf die Reise des Protagonisten nehmen können. Bedrohungen können sich auf andere Figuren, Exposition, Thema oder das Setting beziehen.

Spannung kann aus den kleinsten Bedrohungen heranwachsen, subtil, egal, wie klein oder groß der Konflikt ist. Tweet: Tipp 1 - Spannend schreiben, indem der Leser nicht all die Informationen hat, welche der Protagonist in der Geschichte besitzt. @MelNaumannhttps://storyanalyse.de/blog/aufbau/spannend-schreiben/ Je mehr man eine Komplikation ignoriert, umso stärker wird der Schneeball-Effekt. Das Problem wird immer größer, bis es einem voll ins Gesicht fliegt und man darauf reagieren muss.

Am Beispiel: Stephen King »The Shining«

Die Geschichte beginnt mit einer Familie, die am Overlook Hotel in den Rocky Mountains ankommt. Sie sollen dort auf das Haus den Winter über aufpassen, bis die Belegschaft im Frühling zurückkehrt.

Jeder, der im Hotel arbeitet, ist weg oder verlässt das Hotel. Die Hecken sind in Tierformen geschnitten und es gibt ein Labyrinth, das fast verflucht erscheint. Außerdem gibt es keinen Weg den Berg hinab, wenn der Schnee gefallen ist.

Jede dieser kleinen Eigenheiten ist harmlos. Aber zusammen erwecken sie ein Gefühl von Unbehagen, das zu einer Anspannung des Lesers führt.

5. Der Lauf gegen die Zeit

9 Tipps, um spannend zu schreiben. (Infografik)Wenn die Uhr tickt, wird Spannung erzeugt. Mit Hilfe einer begrenzten Zeitangabe kann man ein bevorstehendes Ereignis dramatisieren, welches das Leben des Helden durch sein Ergebnis gewaltsam verändern wird.Tweet: Tipp 1 - Spannend schreiben, indem der Leser nicht all die Informationen hat, welche der Protagonist in der Geschichte besitzt. @MelNaumannhttps://storyanalyse.de/blog/aufbau/spannend-schreiben/

Vor allem in Action-Geschichten, Krimis und Thrillern wird dieses Mittel der Spannungserzeugung eingesetzt. Der Held muss das Opfer / die entführte Person finden, bevor der Antagonist es/sie tötet.

Beispiele:

Im zweiten Teil von der Hobbit "Smaug's Einöde" müssen die Zwerge die geheime Tür, die in den Einsamen Berg führt, vor dem letzten Licht von Durin's Tag erreichen.

Gern kannst du dir hierzu auch den Film »Speed« mit Keanu Reeves an.

 

Auch auf der Seite von Kreatives-Schreiben-Lernen kannst du dich über das Element 'Zeitbombe' belesen, um Spannung zu erzeugen.

 

6. Die Verfolgung

Immer wieder wird die Verfolgungsjagd in Geschichten genutzt, um mit einem Jäger-Gejagten Szenario unsere Überlebensinstinkte zu erwecken. 

Denken wir nur an den T-Rex, der in Jurassic Park den Jeep verfolgte. Oder die Werwölfe in Vampire Diaries, welche die Vampire jagen. Die Ringgeister, die auf ihren schwarzen Pferden hinter Arwen her sind.

Monster, Maschinen, Zombies, Mörder, Polizisten, etc. ... sie alle können unsere Helden jagen.

Beispiele:

In »Catch me if you Can« wurde sogar ein ganzer Film nach diesem Mittel der Spannung aufgebaut.

Auto-Verfolgungsjagden gibt es unzählige, denn diese Art von Verfolgung ist im Action-Genre zu einem Muss geworden. Bestes Beispiel: The Fast and the Furious.

7. Wachsende Intensität einer Krise

Eine weitere Möglichkeit, um Spannung aufzubauen, erreicht man mithilfe der wachsenden Intensität einer Krise. Auf der Reise des Protagonisten muss immer irgendetwas für ihn auf dem Spiel stehen.

Wenn das, was auf dem Spiel steht, immer unüberwindbarer scheint, spricht man von der wachsenden Intensität einer Krise. Hier gilt es, einfach die Gefahr zu erhöhen, die den Protagonisten umgibt, und die Spannung wird folgen.

Beispiele:

  • Jagd auf Roter Oktober
  • Die Hard
  • Fargo

8. Umkehrung

Um Spannung zu erzeugen, kann man vor allem am Ende der Geschichte eine unerwartete Wendung einbauen.

Metaphorisch gesprochen, könnte der Held gezwungen sein, durch mehrere Reifen zu springen, während sein bester Freund sie anzündet. In diesem Fall wird der Held von einer vertrauten Person (meist auch die Rolle des Lehrers) hintergangen.

Beispiele:

In Herr der Ringe reitet der Zauberer Gandalf zu dem Vorsitzenden aller Zauberer, Saruman. Gandalf braucht Sarumans Hilfe in der bevorstehenden Bedrohung gegen Morder, Sauron und die Ringgeister. Aber Saruman hat sich auf die Seite Saurons gestellt. Gandalf will sich dem Verrat von Saruman nicht anschließen und wird von Saruman festgehalten.

 

Auch die Seite von schreibszene - Die Schweizer Schreibschule hat einen super Artikel zum Thema Spannung geschrieben und eine tolle Grafik dazu erstellt: https://schreibszene.ch/blog/so-geht-spannend

 

9. Der beste Tipp, um spannend zu schreiben: Stürze deine Figuren in Krisen!

Dieser Tipp ist so wertvoll, dass er sowohl für Roman- und Drehbuchautoren gilt, als auch an Schüler gerichtet ist, die im Deutschunterricht z.B. in der 5. Klasse eine spannende Geschichte in einem Aufsatz schreiben müssen. Selbst für Reporter, die einen spannenden Bericht schreiben müssen, gilt dieser Tipp.

Denn dieser Tipp ist universell einsetzbar. Er spiegelt das wahre Leben und was uns wirklich interessiert.

Eine Krise führt immer zu einer Entscheidung, welche die Figur treffen muss.

Die Entscheidung kann entweder die beste, schlechteste Wahl sein (Würdest du lieber ...?) oder sich auf zwei positive Optionen beziehen, die nicht miteinander kombinierbar sind (Sollte ich etwas tun, dass gut für mich ist oder gut für jemand anderen?) Klick um zu tweeten

Zu diesen beiden Optionen habe ich zwei ausführliche Beiträge verfasst.

 

Warum brauchen Geschichten Krisen?

Wahrscheinlich hast du schon von Show, don’t Tell gehört. Hier geht es darum, dass du dem Leser etwas aktiv zeigst und nicht nur irgendetwas über deine Figuren erzählst oder beschreibst. Denn jegliche Form der Exposition ist letztlich nur eine Behauptungen. Es ist nichts, was der Leser mit den eigenen Augen gesehen hat oder miterblebt hat.

Storyanalyse - Zeige den wahren Charakter einer Figur, indem du sie in eine Krise stürzt und zu einer Entscheidung zwingst. Leser wollen aktiv sehen, wie eine Figur drauf ist. So kann man extrem gut Spannung erzeugen.

Und wie kann man am besten herausfinden, wer jemand in Wahrheit ist? 

Unsere Persönlichkeit definiert sich durch die Entscheidung, welche wir in einer Krise treffen.

Definition Krise: Eine Krise ist nie eine Wahl zwischen gut oder schlecht.

Eine Krise ist immer eine Entscheidung zwischen zwei Alternativen, die sich nicht miteinander vereinbaren lassen ODER es ist eine Entscheidung für das scheinbar geringere Übel zwischen zwei grauenhaften Optionen.

 

Die Entscheidung, die in der Krise getroffen wird, zeigt den wahren Charakter einer Figur. Klick um zu tweeten

Eine Krise sollte jedoch nicht banal oder belanglos für die Geschichte eingesetzt werden, sondern immer auf das primäre Ziel der Geschichte genutzt werden. Die Krise ist der ultimative Test, den Willen der Figur auszutesten. Wenn eine Figur in einer Krise steckt, ist es ein Dilemma, das sie daran hindert, ihr bewusstes Ziel zu erreichen.

 

Warum ist die Krise so wichtig für Geschichten?

Die Krise gehört zu den fünf Pflichtbestandteilen von jeder Einheit einer Geschichte.

Außerdem ist die Krise die Möglichkeit, um den Leser so richtig am Haken zu packen. Sobald eine Figur in einem Dilemma steckt, will man wissen, für welche Option sich diese Figur entscheidet. Und man will beobachten, was die Konsequenzen dieser Entscheidung sind.

Krisen sind wie ein Weg, der sich in zwei unterschiedliche Richtungen aufteilt.

Und diese Zwei-Wege-Optionen bauen die gesamte Geschichte auf und befinden sich in jeder einzelnen Szene. So kannst du spannend erzählen und einen echten Pageturner schaffen! 

So gesehen setzt sich eine Geschichte aus einer Aneinanderreihung von Entscheidungen(!) für einen bestimmten Wegabschnitt ein. Der Protagonist muss sich also immer wieder entscheiden: geht er links oder geht er rechts, während er sein bewusstes Ziel verfolgt. Dabei sind diese beiden Optionen entweder eine Entscheidung zwischen der besten, schlechtesten Wahl (z.B. links lauert der Hai und rechts der Tiger) oder eine Entscheidung zwischen zwei positiven Optionen, die nicht miteinander kombinierbar sind (z.B. links liegt ein Baby, dass meine Hilfe braucht = gut für das Baby; oder rechts: ich treffe auf meinen Traummann = gut für mich).

 

Wie vermeide ich langweilige Szenen?

Wer schon mal das Gefühl gehabt hat, dass eine Szene zu nichts führte, der hat wahrscheinlich vergessen, ein Dilemma für seine Figur in die entsprechende Szene einzubauen.

Wenn es in der Szene keine Krise gibt und die Figur sich nicht entscheiden muss, dann bleibt die Figur auf der Stelle stehen. Es geht nicht weiter. In Geschichten geht es in den Szenen immer erst weiter, wenn sich die Figur bei jeder Weggabelung für eine Richtung entschieden hat.

Tipp: Jede Wegkreuzung bringt nicht nur die Geschichte voran, sondern auch deine Hauptfigur in ihrer eigenen inneren Entwicklung.

Mit jeder Krise wächst die Figur an ihren Herausforderungen, an den Dilemmas und Konsequenzen, die sich aus jeder Entscheidung ergeben. Denn wenn man mit Konsequenzen klarkommen muss, hinterfragt man immer den Prozess, der dazu führte. Sprich, man überdenkt seine Entscheidungen und lernt daraus. Es ist gut, wenn sich deine Figuren nicht immer richtig entscheiden. Das macht sie umso menschlicher. Und je stärker eine Figur von Perfektion entfernt ist, umso höher ist das Potenzial im Verlauf der Geschichte zu wachsen, indem sie aus den eigenen Fehlern lernt.

 

Figuren treiben deine Handlung durch ihre aktiven Entscheidungen voran. Es geht immer um Aktion, Erfolg und Misserfolg, die aus der Frage der Krise hervortreten.

Wie in einem der letzten Beiträge erwähnt, sage ich es gern nochmal, weil es so verdammt wichtig ist: Geschichten handeln von Veränderung.

 

Wie erfahren Figuren Veränderung?

Figuren erfahren Veränderung, indem sie eine Entscheidung treffen müssen, wenn sie vor einer Wahl stehen.

Sie werden konfrontiert mit der Frage: Was gut für mich ist, ist nicht gleichzeitig gut für jemand Anderen, sowie welches Übel ist weniger schlecht für mich?

Geschichten helfen uns, um einen Leitfaden für unser eigenes Leben zu erhalten, wenn wir uns an bestimmten Abschnitten befinden, wo wir uns entscheiden müssen, welche Richtung wir einschlagen. Geschichten sind ein Referenzsystem aus Erfahrungen, die uns bei unseren eigenen Dilemmas weiterhelfen. Und all die kleinen Entscheidungen zusammen zeigen uns in Geschichten auf, wohin sie in ihrer Gesamtheit führen können (positives oder negatives Ende).

 

Der Treibstoff, der den Leser in der Geschichte hält, sind die verschiedenen Krisen für den Protagonisten und die Frage, was die Konsequenzen seiner Entscheidung sein werden. Klick um zu tweeten

 

Warum die Krise entscheidet, wie gut der Höhepunkt der Geschichte beim Leser ankommt.

Storyanalyse - Die Krise des Höhepunkts der Story Entscheidet, wie gut die Geschichte beim Publikum ankommt. Egal, ob wie einen Film schauen oder ein Buch lesen, meist können wir genau den Moment identifizieren, wo die Geschichte ihren Höhepunkt hat.

Sei es, dass Frodo seine letzten Kräfte aktiviert und in den Schicksalsberg geht; sei es, wenn das Paar in einer Liebesgeschichte wieder zusammen findet, oder in einer Actiongeschichte der Böse letztlich doch noch besiegt wird.

 

Die schlimmste Kritik, die einer Geschichte widerfahren kann, ist, dass ihr Höhepunkt zu schwach war.

Der Höhepunkt ist der Moment, auf den der Leser/Zuschauer die ganze Zeit seit dem Anfang daraufhin gefiebert hat. Als Leser hat man all diese Seiten gelesen und seine Zeit für diesen einen Moment investiert. Diese Erwartungen setzen die Ansprüche an den Höhepunkt enorm hoch.

Wenn Frodo sich zum Ringträger erklärt, wollen wir den Moment sehen, wie er den Ring in die Feuer des Schicksalsberges wirft. Natürlich liegen sehr viele Ereignisse dazwischen, aber wir lesen weiter, nur um dieses Ende zu erfahren. Das Ende ist unvermeidbar, aber es muss auch überraschend sein (Rolle von Gollum). All die Komplikationen und Hindernisse müssen sich für Frodo so dramatisieren, dass sie auf die ultimative Krise hinleiten. 

In den Tributen von Panem lernen wir Katniss im Laufe der Geschichte immer besser kennen. Ihre Beziehung zu Peeta verstärkt unsere Anspannung, denn wir wissen, dass sie für den Sieg in den Hungerspielen auch Peeta besiegen muss.

Der Höhepunkt des ersten Teils der Tribute von Panem ist die Entscheidung, die Katniss in der Krise getroffen hat. Soll sie Peeta töten, um Siegerin der Hungerspiele zu sein; oder soll sie ihr eigenes Leben aufgeben?

Gleichzeitig haben all die Komplikationen davor zu einer zweiten, eher versteckten Krise geführt. Katniss kann mit Peeta ein Zeichen gegen die Hungerspiele setzen und den Spielen keinen Champion geben, was wiederum den Tod für sie und Peeta bedeuten würde. Diese Entscheidung der beiden macht den Präsidenten Snow so wütend, dass er die beiden rettet. Ohne diese eine Krise wäre der Höhepunkt der Geschichte kaum überraschend gewesen.

 

Hier noch einmal die wichtigsten Punkte zusammengefasst, wie du deine Leser mit Hilfe der Szenen deines Romans fesseln kannst:

  1. Jede Einheit von Geschichten braucht eine Krise, um die Handlung und die Figuren voranzubringen.
  2. Krisen sind notwendig, damit der Leser von den Dilemmas gefesselt wird, denen sich die Figuren stellen müssen.
  3. Krisen sind wie eine Weggabelung. Es gibt immer nur eine Entscheidung = eine Richtung, in die man gehen kann.
  4. Geschichten helfen uns in unserem eigenen Leben, weil wir sehen können, wohin Entscheidungen führen (positive oder negative Konsequenzen, und wie man sich diesen Konsequenzen stellen kann)
  5. die Krise vom Anfang der Geschichte muss am Ende aufgelöst werden. Und das in einer Art, die den Leser überrascht.

 

10. Der Bonustipp, um Spannung zu erzeugen

Nutze Cliffhanger!

Cliffhanger zu schreiben, ist nicht schwierig.

Unter Tipp 9 habe ich aufgeführt, wie wichtig es ist, dass sich dein Protagonist oder deine Protagonistin immer wieder in einem Dilemma befindet.

Beispiel:

Deine Protagonistin wird von einem Rotweiler verfolgt. Sie klettert auf einen Baum und ist vorerst vor dem Hund sicher. Aber sie befindet sich in einer postapokalyptsichen, fantastischen Welt und der Hund kann den Baum anzünden. Was soll die Frau nun tun? Soll sie auf dem Baum sitzen bleiben, in der Hoffnung, dass ihr jemand zu Hilfe eilt (Gefahr: sie kann Verbrennungen erleiden). ODER soll sie herunterspringen und versuchen, dem Hund zu entkommen? Vielleicht bricht sie sich auch ein Bein, wenn sie springt? Was soll sie tun? Beide Optionen können sie ihr Leben kosten. Was ist das geringere Übel?

Bevor die Protagonistin ihre Entscheidung auf ihre Krise trifft, beendet der Autor die Szene / das Kapitel. So setzt man einen Cliffhanger, der den Leser automatisch dazu bringt, weiterlesen zu wollen. Denn er will doch wissen, für welche Option sich die Figur entscheidet!

 

 

Was ist deine Resolution, die du aus diesen Tipps mitnimmst?

Welchen Tipp wirst du als erstes anwenden? Lass es mich in den Kommentaren wissen. Danke!

 



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Melanie Naumann ist die erste deutsche zertifizierte Story Grid Lektorin. Sie liebt die Analyse von Geschichten – global betrachtet bis hin zu den Szenen und Beats – und hilft Autoren, ihren besten Roman zu schreiben. Sie bietet sowohl die Diagnose eines Manuskripts an, als auch wöchentliche Coachinganrufe zwischen Autor und Lektor.

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Dein Kommentar

Kommentare 2


CaraSchatz

04. Februar 2019

Hallo 😊 Ich habe gerade diesen Blog gelesen und bin sehr inspiriert! Seit fast zwei Jahren schreibe ich an einem Fantasy Roman und gerne freue ich mich über Inspirationen, z.B. wie ein Charakter oder Aufbau spannender wirken kann! Lg 😊

Melanie Naumann, Storyanalyse

04. Februar 2019

Hi CaraSchatz =),

vielen Dank für deine Nachricht. Es freut mich sehr, dass dich der Beitrag inspiriert hat und ich wünsche dir viel Erfolg beim Schreiben deines Fantasy-Romans. Bitte bedenke nur, dass Fantasy nur die Realität beschreibt, in der deine Geschichte spielt. Nicht aber, was auf dem Spiel steht. Es wäre also sinnvoll, herauszufinden, um was sich deine Geschichte primär dreht, um zu wissen, was die Leser von der Geschichte erwarten werden. Dreht sich die Story um Leben und Tod, dann ist es eine Actionstory. Um Liebe? Lovestory ;-) Mehr zu den möglichen Genres erfährst du in diesem Beitrag: Die 5 Fragen der Genre-Entscheidung. Wenn du bzgl. des Genres auf deinen Bauch hören willst, dann kann dir die Emotion helfen, die deine Leser spüren sollen: Finde dein Genre.

Wenn du dich jedoch weiter zur Krise belesen möchtest, sind diese Artikel zu empfehlen:

 

Wenn du weitere Fragen hast, schreib sie mir einfach. =)

Grüße Melanie

 

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