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Pronomen optimieren deinen Text

Pronomen vs. Namen

Gehörst du auch zu denjenigen, die ihre Figuren andauernd beim Namen nennen? Oder fehlt dir die Idee, wie du sie besser voneinander unterscheiden könntest?

 

Pronomen optimieren deinen Text - Pronomen vs. Namen

28. Feb 2017 0

Inhaltsübersicht:

So optimierst du deine Geschichte mit den kürzesten Wörtern.

Was sind Pronomen?

Zu viele Namen in Dialogen

Aktionen beschreiben

Mehrere Figuren in der Szene

 

So optimierst du deine Geschichte mit den kürzesten Wörtern.

In dem ersten Entwurf meines Buches gehörte auch ich zu denjenigen, die ihre Charaktere andauernd beim Namen nannten. Vielleicht weil die Geschwindigkeit des Schreibflusses auf diese Weise zunimmt, weil wir eine besondere Verbindung zu unseren Figuren empfinden oder weil es einfacher ist, sie bei ihrem Namen zu nennen.

Und das ist okay.

Spätestens in der Korrekturphase müssen die Namenswiederholungen eliminiert werden, denn welcher Leser würde ein Buch lesen wollen, in dem es fortlaufend heißt:

Sir Donald und Lady Juliana tranken Tee. Sir Donald begann Lady Julianas Namen zu würgen und Lady Juliana lächelte.

Ermüdend, oder?
Vor allem, wenn man sich vorstellt, dass Sir Donald vielleicht Sir Donald von Sachsen, der Wolfszähmer oder länger hieß und wir würden seinen Namen fünf Mal in einem Absatz verwenden müssen.
Um dieser holprigen Wortwiederholung zu entgehen, existieren Pronomen:

Sir Donald und Lady Juliana tranken Tee. Er begann ihren Namen zu würgen und sie lächelte.

So klingt es flüssiger und solange kein anderer männlicher Charakter in die Szene hinzustößt, bleibt klar, von wem gesprochen wird.

 

Was sind Pronomen?

Sie sind der Ersatz für Nomen. Besser, für Personen und Dinge, deren Zugehörigkeit aus dem Kontext verstanden werden kann.
Pronomen bieten wie der Dialogtag 'sagte' eine gewisse Unsichtbarkeit. Wir lesen sie, erkennen sie und verarbeiten sie, ohne sie wirklich zu sehen.

Pronomen in Geschichten

Schöpft man ihr Potenzial aus, können sie den Lesefluss deines Romans optimieren, denn sie beseitigen die kleinsten Holpersteine, die uns aus der Geschichte herausreißen könnten.

Ersetzt man den Charakternamen mit Pronomen, wo es möglich ist, schafft es einen einheitlichen Erzählstrang mit der Fokussierung auf das Was und Wie, sofern das WER bekannt gegeben wurde.

 

Pronomen bieten:

  • Variation des Wortrhythmus
  • Beitrag zur realistischen Erzählung
  • Förderung der Glaubhaftigkeit der Geschichte
  • Schaffung von Intimität zwischen den Charakteren, und zwischen Charakteren und Lesern

 

Nutze Pronomen, wenn:

  • sich nur ein Charakter in der Szene befindet.
  • sich zwei Charaktere unterschiedlichen Geschlechts in der Szene befinden.
  • vorher etabliert wurde, von wem gesprochen wird.

 

Nutze Namen, wenn:

  • ein neuer Charakter der Szene beitritt.
  • der Leser das Pronomen mit einem anderen Charakter in Verbindung bringen könnte.
  • der Satzfluss den Fokus auf den Namen des Charakters verlangt.

 

Zu viele Namen in Dialogen

Dialog soll wahre Gespräche imitieren, aber gleichzeitig darf er nicht all diese Füllwörter, Pausen und ähs und ähms beinhalten, und vor allem gibt es keine Real-Life Dialoge, wo sich die Gesprächspartner andauernd beim Namen nennen.

Autoren sind da anders, sie nutzen Namen, um den Leser zu sagen, wer spricht. Immerhin liest man ein Buch und schaut keinen Film, aber glaube mir, wenn ich dir sage, dass es so viel mehr Möglichkeiten gibt, um zu zeigen, wer spricht, ohne andauernd den Namen nennen zu müssen.

 

Die Sprache der Charaktere

Wir können jedem Charakter eine unverkennbare Stimme geben. Das erreichen wir, indem der Charakter bestimmte Wendungen öfter nutzt, einen eigenen Rhythmus in seiner Sprache besitzt oder seine Wortwahl von gehobenen oder einfachen Worten. Selbst die Grammatik darf gebildet oder falsch sein.

Zudem können Verben, der Formalitätsgrad genauso wie Diskretion und akzeptable Themen ein Hinweis für einzelne Charaktereigenschaften geben. Zum Beispiel wird sich der Cowboy anders ausdrücken als ein Geschäftsmann.

 

Aktionen beschreiben.

Indem wir unseren Charakteren, die sich miteinander unterhalten, verschiedene Tätigkeiten zu tun geben, können wir Informationen in ihrem Dialog übermitteln und gleichzeitig sie in Aktion zeigen.

Beispielsweise kann ein Charakter in der Zeitung blättern, während der andere im Kochtopf rührt.

Somit wird ein Charakter blättern, knistern, die Fingerspitzen anfeuchten, die Blätter umschlagen, zusammenfalten, etwas lesen, etc, und mit diesen kleinen Aktionen dem Leser verdeutlichen, wer er ist, ohne das man seinen Namen verwenden muss. Der andere Charakter wird Zutaten hinzufügen, die Temperatur ab- oder aufdrehen, würzen, abschmecken, etc.

 

Vermeide Wiederholungen.

Wiederholungen nerven, sind überflüssig, langweilen und blockieren den Lesefluss. Deswegen solltest du auch Pronomen nicht übermäßig gebrauchen.

Das bedeutet, du solltest den Leser nicht durch unklare Verwendungen von ›er‹, ›sie‹, ›ihre‹, ›seine‹ etc. verwirren, bis zu dem Punkt, wo er nicht mehr weiß, von wem gesprochen wird.

Außerdem solltest du beachten, dass du mehr Tiefe in der Erzählung schaffst, wenn du es den Lesern einfacher machst, in die Action der Geschichte einzutauchen. Sprich, weniger Fokus auf die spezifischen Bewegungen und Aktionen eines Charakters und mehr Fokus auf die Reaktionen und die Beobachtung der Umgebung.

Paula trat in die Wellen des Meeres. Sie streckte ihre Hände gegen den Wind und stemmte die Füße in den Sand, in der Hoffnung, dass sie es bis ins tiefere Wasser schaffen würde. Sie sprang nach vorn und tauchte in das Wasser ein. Sie schwamm zu der Rettungsboje, an der sie sich festklammerte und nach Luft schnappte.

Besser:

Paula sprang ins Wasser, denn schneller, als sie ihre Schuhe ausziehen konnte, rissen die Wellen ihren Hund davon. Dies war nicht die Saison, um schwimmen zu gehen, und die Kälte stach in ihren Körper. Die Wassermassen schlugen gegen sie, tauchten sie unter und raubten ihr die Luft. Eine Rettungsboje schaukelte auf der Oberfläche und ihre Arme schlangen sich um den Ballon, während die Tiefe des Ozeans das Jaulen ihres vierbeinigen Freundes verschluckte.


Versuche Satzanfänge nicht durch Pronomen beginnen zu lassen und bring Abwechslung in deine Sätze.
Frage dich, wie du jeden Satz umschreiben könntest und worauf du den Fokus legen möchtest (Fokus auf Charakter oder auf seine Umgebung, mit der er interagiert).

Wie kannst du deinen Lesern zeigen was passiert, ohne es nur zu sagen.

 

Mehrere Figuren in der Szene

Auch bei mehreren Charakteren in der Szene ist es wichtig, die Pronomen und die Erzählperspektive unter Kontrolle zu behalten.

Er hob den Fuß, achtsam, dass er nicht gegen den aufgespannten Faden stoßen würde. Die Bewegung ließ seine Muskeln zittern und er wurde blass.
»Schaffst du es?«, drängte sie.
Das Tor begann sich zu schließen.
Er nickte und fiel nach vorn. Der Wein schwappte über den Boden.
Sie presste die Lippen aufeinander und beobachtete seine Bewegungen, die ihm dem Tor näherbrachten. Sie dachte an ihre letzte Umarmung zurück und sie wusste, dass sie nie wieder von seinen Armen gehalten werden würde.


Verbessert:

Ein Draht, der sich zwischen zwei Haken über die Türschwelle spannte, zwang ihn, die Beine zu heben. Die Muskeln zitterten und der Geruch von Urin und Schweiß fraß sich von den Toten, die sich in dem angrenzenden Raum stapelten, in seine Kehle und brachte den Geschmack von Erbrochenen mit sich. Das Blut schwand von seinen Wangen, wie das Tor das Licht verschlang.
»Bitte, lauf schneller.«
Er blickte zu ihr und ihre Tränen verrieten ihm, dass er nicht rechtzeitig zu ihr gelangen würde. Er lächelte und die Dunkelheit verschluckte ihn.

In diesem Szenenausschnitt erleben wir das Geschehen aus der Perspektive des Hauptcharakters, und außerdem wird mehr gezeigt, als nur erzählt – denn wir erfahren, warum er blass wird und drücken es mit einer aktiven Phrase aus ›das Blut schwand von seinen Wangen‹.

 

Und jetzt, schau dir deine Sätze an und überlege, ob der Austausch von Namen mit Pronomen oder gar das Zeigen von der Umgebung den Lesefluss deiner Geschichte optimieren könnte.

Für weitere Informationen: Wie du ein packendes Erlebnis für deine Leser schaffst.



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Storyanalyse.de

Melanie Naumann hilft Autoren, ihren besten Roman zu schreiben.

Melanie Naumann schreibt Thriller, studierte Sprache und bildet sich seit 2015 als Lektorin fort. Aus der Liebe zum Lektorat entstand zuerst ein Schreibblog, Ende 2018 dann Storyanalyse.de, um Autoren Hilfestellungen zum Schreiben und Lektorieren ihrer Manuskripte zu geben.

Melanie orientiert sich an den Story Grid Erkenntnissen von Shawn Coyne, da sie die Art des Lektorats des US-amerikanischen Lektors als die hilfreichste Methode empfindet, um herauszufinden, ob Geschichten funktionieren.

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