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Wie ist eine Horrorgeschichte aufgebaut?
Genre-Special: Horror (Analyse & Leitfaden zum Schreiben)

Der Szenenguide für deine Horrorgeschichte.

 

Wie ist eine Horrorgeschichte aufgebaut? - Genre-Special: Horror (Analyse & Leitfaden zum Schreiben)

02. Nov 2018 0

Inhaltsübersicht

Anfang

Mitte

Ende

 

Nachdem wir im ersten Teil der Genre-Special-Reihe die globalen Merkmale des Horror-Genres erläutert haben, geht es heute mit dem Aufbau einer Horrorgeschichte weiter.

Wir wissen, wer oder was das Monster sein kann.

Aber allein ein Monster zu haben, macht noch keine Horrorgeschichte aus. Wir wollen unseren Lesern so sehr das Fürchten lehren, dass ihnen das Adrenalin nur so durch die Venen schießt und ihr Herz so stark gegen ihre Brust schlägt, dass sie spüren, dass sie am Leben sind.

Aber wie ist eine Horrorgeschichte aufgebaut?

Was muss man am Anfang und was am Ende der Geschichte beachten, dass der Leser ein durchweg schauriges und spannendes Abenteuer erlebt? Und wie soll man den gesamten Mittelteil füllen, dass wir auf unsere 80.000 Wörter kommen?

In diesem Artikel erfährst du mehr zu den Abschnitten: Anfang - Mitte - Ende einer Horrorgeschichte. Ich gebe dir Anreize für notwendige Szenen, sodass du einen Leitfaden hast, an dem du dich beim Schreiben/Plotten orientieren kannst.

 

Der Anfang (meist die ersten 25% des Buches)

Der Anfang dient dazu, dass du den Leser am Haken packst. Sprich, du musst in ihm die Neugier oder das Bedürfnis wecken, dass er deine Geschichte weiterlesen möchte.

Wie kann dir diese Art der Überzeugung am besten gelingen?

Solltest du am besten gleich das Monster vorstellen, damit jeder sehen kann, was es für ein schreckliches Etwas ist und welchen Terror es verbreiten kann?

Nicht so optimal. Es wäre ja so, als würdest du mit dem Feuerwerk anfangen, bevor der Countdown überhaupt begonnen hat.

 

Der Leser braucht einen Ausgangspunkt für deine Geschichte. Wir können nicht mit dem Übernatürlichen anfangen, weil wir den Leser sowie den Protagonisten erst einmal in ihrer normalen Welt ›abholen‹ müssen.

Sprich: Die erste Szene beginnt mit der alltäglichen Welt des Protagonisten. Stelle ihn vor, wie er etwas Normalen nachgeht. Der Leser kann sich so am besten mit ihm identifizieren, weil er die Welt und die Handlung kennt (=Der Protagonist könnte der Leser selbst sein).

Tipp: Besonders gut gelingt die Identifikation des Lesers mit dem Protagonisten, wenn deine Figur nicht perfekt ist. Trau dich, ihre Fehler und Ängste zu zeigen, damit der Leser mit ihnen mitfühlen kann.

Außerdem ist es gut, wenn deine Figur auch ein Ziel verfolgt – sei es ein unbewusstes oder ein bewusstes Objekt der Begierde/Verlangens. Was will er tun / erreichen / erhalten? Zeige dem Leser das Ziel des Protagonisten– so verbesserst du das Einfühlvermögen.

Tipp: Bevor der Protagonist in Gefahr schwebt, muss der Leser wollen, dass er am Leben bleibt!


In einer weiteren Szene muss sich der Protagonist irgendwo allein oder isoliert befinden. Dass hier eine düstere Stimmung vorherrscht, ist ein Muss.

Tipp: Wenn wir eine Horrorgeschichte lesen, erwarten wir, dass die Geschichte sehr finster sein wird. Aber denke daran, es gibt nicht nur Licht und Schatten. Eine Horrorgeschichte ist nicht nur Dunkelheit. Sie braucht auch Lichtmomente, um glaubwürdig zu erscheinen, denn das Leben ist nun mal abwechslungsreich und nie nur das eine oder das andere.

»Mach es dunkel, sei erbarmungslos, mach es schwer, aber, um Himmels willen, erzähl einen Witz.« ― Joss Whedon


Stelle weitere Figuren vor.
Mache die Nebencharaktere interessant, indem du ihnen besondere Namen, äußere Auffälligkeiten, Macken oder Verhaltensweisen gibst. Beschreibe sie, sodass man einein Eindruck von ihrer Kultur und ihrem Hintergrund erhält.

Tipp: Deine Figuren sollten keinesfalls platt wirken und auch der Held darf nicht makellos sein.

Lass den Leser die Gefahren erahnen, wobei du ihn gleichzeitig austrickst. Wenn er also erwartet, dass etwas Schlimmes geschehen wird, dann sei lieb ;-). (Beispiel, dass Protagonist seltsame Geräusche aus seinem Kleiderschrank hört und als er die Tür öffnet, findet er seine Katze darin.)

Tipp: Kommuniziere dem Leser klar und deutlich, was für deinen Protagonisten auf dem Spiel steht. Was kann er gewinnen? Was kann er verlieren.

Sollten diese beiden Dinge nur zwischen den Zeilen lesbar sein, dann schreib eine Szene, wo sie klar heraustreten!

Nach dieser anfänglichen Vorstellungsrunde solltest du so schnell wie möglich versuchen, auf das auslösende Ereignis der globalen Geschichte zuzusteuern. Es muss ein zündendes Problem geben. Entweder attackiert das Monster oder man lernt es als mögliche Gefahr kennen.

Wie bei den meisten Menschen sollte sich bei deinem Protagonisten Bedenken einstellen, sodass er den Vorfall nicht weiter verfolgen will. Er hat zwar wahrgenommen, dass etwas Schlimmes geschehen ist, aber er möchte nichts unternehmen oder schiebt die Entscheidung auf.

Interessanter Fakt: In jedem anderen Genre akzeptiert der Protagonist am Ende des Anfangs den Ruf des Abenteuers der Heldenreise, welcher ihn in die Neue Welt und den Mittelteil der Geschichte katapultiert. Beim Horror-Genre ist es so, dass der Protagonist die Warnung ignoriert und somit versehentlich den Ruf des Abenteuers annimmt.

 

Der Mitteilteil (meist die mittleren 50% der Geschichte)

Heldenreise AufbauDer Mittelteil der Geschichte enthält die zweite steigende Komplikation der globalen Geschichte. Nachdem der Protagonist ungewollt den Ruf des Abenteuers annahm, überschreitet er im Sinne der Heldenreise die Grenze zwischen seiner vertrauten und der unbekannten Welt. Bei diesem Schritt kommt es zur Attacke des Monsters.

Die dritte in ihrer Intensität gestiegene Komplikation wird sich um Herausforderungen, die Verbündeten, die Feinde und eine weitere Attacke des Monsters drehen.

Der Wendepunkt der globalen Geschichte ist die Feuerprobe. Auch hier attackiert wieder das Monster.

In der Krise der globalen Geschichte kommt es zur höchsten Vollendung – das Monster attackiert den Protagonisten.

Tipp: Mit den Attacken des Monsters zeigen wir, dass die Bedrohung immer größer wird. Der Protagonist schwebt in immer größer werdender Gefahr – und dass vor allem durch die Entscheidungen, die er trifft, auch wenn er sie nicht treffen will.

Tipp: Insgesamt steigt die Action von jeder Attacke zur nächsten an.

Eine weitere Besonderheit des Horror-Genres liegt darin begründet, dass in jedem anderen Genre sich das anfängliche Problem wandelt, bevor der Protagonist den Ruf des Abenteuers annimmt.

Im Horror-Genre ignoriert der Protagonist die Warnung und erfüllt sein anfängliches Ziel, damit es sich nicht verändert.

Meist entscheidet sich der Held dazu, dass er das Problem untersucht und dabei die Wahrheit des Horrors herausfindet. Er ist nun gezwungen zu handeln, um die Leben anderer zu retten.

Tipp: Wenn sich dein Protagonist dazu entscheidet, dass er sich der Gefahr stellen wird, dann lass ihn diese Entscheidung nicht aus Dummheit treffen!

Gib ihm einen verdammt guten Grund, warum er sein Leben riskieren soll. Selbst wenn der Grund in den eigenen Fehlern des Helden begründet liegt, ist das noch immer besser, als einen Idioten, der sich ohne nachvollziehbaren Grund in Gefahr begibt.

Am Ende des Mittelteils kommt es zu dem Alles-ist-Verloren Moment. Das Monster attackiert immer und immer wieder und die Situation des Protagonisten erscheint hoffnungslos.

Außerdem kommt es zu einem falschen, ersten Ende.
Der Protagonist nimmt fälschlicherweise an, dass er das Problem gelöst hätte oder dass andere Figuren die Vernichtung des Monsters für ihn übernehmen könnten. Aber er muss einsehen, dass es weiter an ihm liegt, dass Monster aufzuhalten.

Tipp: Schon mal darüber nachgedacht, dass das Monster nicht unbedingt derjenige sein muss, den der Protagonist vermutet? Es kann möglich sein, dass der Protagonist zusammen mit dem echten Monster vermutet, dass ein Freund oder Verbündeter das Monster wäre.
Wenn die beiden sich um die fälschliche Bedrohung gekümmert haben, verliert der Protagonist seine Vorsicht and das wahre Monster zeigt sich (meist aus Versehen).

Sehr bekannte Szene in ›Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast‹. Julie vermutet zuerst, dass Ray, der nach dem Sommer Fischer geworden war, dass er der Mörder wäre. Sie rennt vor ihm weg. Bei ihrem Fluchtversuch wird Ray, der sie verfolgt, von einem anderen Fischer niedergeschlagen, der Julie zuruft, sie soll auf sein Boot flüchten. Dort sieht sie die Bilder von sich und ihren Freunden. Sie ist nun auf dem Boot des wahren Mörders, aber als sie ihn erkennt, sind sie bereits auf hoher See.

 

Das Ende (die letzten 25% der Geschichte)

Am Ende kommt es zum Höhepunkt der gesamten Geschichte. Dem Protagonisten gelingt es, sich ein letztes Mal zu erheben und er kämpft gegen das Monster.

Die Auflösung der globalen Geschichte ist gleichzeitig der Moment, wo entweder der Protagonist an seiner Aufgabe wächst und seine Fehler/Ängste konfrontiert, um zu überleben, oder er versagt an der Aufgabe und stirbt.

Normalerweise gelingt es dem Protagonisten, das Monster zu überlisten (eher wahrscheinlich als dass er es mit purer Muskelmasse besiegt) und somit zu überleben (Rezept).

Manchmal sind Horrorgeschichten aber auch belehrend. In diesem Fall verliert der Protagonist gegen das Monster und er fällt in das Schicksal, das noch schlimmer als der Tod ist – Verdammnis.

Tipp: Wenn dein Protagonist gegen das Monster kämpft, lass das Monster den Protagonisten beinahe töten. Im letztmöglichen Moment ermögliche es deinem Helden, zu gewinnen - sei es durch Mut, Einfallsreichtum, ein Werkzeug oder eine neue Erkenntnis (muss am Anfang der Geschichte vorbereitet werden, damit's nicht wie eine Deus Ex Machina wirkt).

In einem für den Protagonisten siegreichem Ende, kannst du die Geschichte an diesem Punkt enden lassen. Oder du schließt am Anfang der Geschichte an und stellst noch einmal heraus, dass der Protagonist nun sein verborgenes Talent entdeckt hat oder seine Ängste erfolgreich konfrontierte.

Zu guter Letzt lässt du die Geschichte ausklingen, indem du eine Andeutung machst, dass das Böse noch immer irgendwo heimlich lauert. Das Monster wird zurückkehren.
Mit diesem Abschluss teilst du deinen Lesern mit, dass das Böse nie vollkommen besiegt werden kann und die Leser als Nächstes dran sein könnten.

 

»Der Preis des Friedens ist ewige Wachsamkeit.« (Leonard Henry Courtney)

 

Schau auch nächste Woche wieder vorbei, wenn wir uns mit den Konventionen des Horror-Genres befassen.



alt
Storyanalyse.de

Melanie Naumann hilft Autoren, ihre Geschichten auf ein neues Level zu heben.

Melanie Naumann schreibt Thriller, studierte Sprache und bildet sich seit 2015 als Lektorin fort. Aus der Liebe zum Lektorat entstand zuerst ein Schreibblog, Ende 2018 dann Storyanalyse.de, um Autoren Hilfestellungen zum Schreiben und Lektorieren ihrer Manuskripte zu geben.

Melanie orientiert sich an den Story Grid Erkenntnissen von Shawn Coyne, da sie die Art des Lektorats des US-amerikanischen Lektors als die hilfreichste Methode empfindet, um herauszufinden, ob Geschichten funktionieren.

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