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Was ist das Genre meines Buches/Romans?

Pflichtszenen des Horror-Genres

Obligatorische Etappen in Horrorgeschichten

Auf diese Szenen lauert der Leser, wenn er eine Horrorgeschichte liest.

 

Pflichtszenen des Horror-Genres - Obligatorische Etappen in Horrorgeschichten

02. Nov 2018 0

Inhaltsübersicht

Was sind Pflichtszenen

Die Plichtszenen des Horror-Genres

 

Jedes Genre besitzt bestimmte Szenen, auf die der Leser regelrecht lauert. Sei es der erste Kuss in einer Liebesgeschichte, der Fund der Leiche im Krimi oder das Duell in einem Western.

Auch das Horror-Genre verfügt über eine Reihe von Szenen, die ein Muss für jede Horrorgeschichte sind. Wenn der Leser diese Etappen in der Story nicht vorfindet, wird die Geschichte nicht funktionieren.

Wer also überlegt, eine Horrorgeschichte zu schreiben, erhält in diesem Beitrag einen Leitfaden zu den Szenen, die absolut nicht fehlen dürfen.

 

Was sind Pflichtszenen?

Nach meinem Lieblingslektor Shawn Coyne sind Pflichtszenen »die zwingend erforderlichen Szenen, welche die Erwartungen der Leser erfüllen, die sich aus den Konventionen des Genres ergeben.«

Sprich, die Konventionen bereiten bestimmte Etappen in einer Geschichte vor, welche durch die obligatorischen Szenen umgesetzt werden.

 

Pflichtszenen des Horror-Genres

Das auslösende Ereignis

Wie in jeder anderen Geschichte braucht deine Horrorgeschichte ein auslösendes Ereignis. Das ist weder das Treffen der Liebenden (Love-Story) oder eine wunderbare Herausforderung/Möglichkeit (Weltanschauung).

Wer eine Horrorstory liest, erwartet die erste Attacke des Monsters.

Diese Attacke wirft den einzelnen (eher nicht heldenhaften) Protagonisten aus seinem gewöhnlichen Leben und zwingt ihn, sein eigenes Leben zu retten. Sprich, der Urinstinkt des Überlebens wird geweckt.

In dem ersten Teil von Halloween – Der Nacht des Grauens wird von der Protagonistin Laurie die Freundin am Halloweenabend von Myers stranguliert.

 

Reduziere die Besetzung

Zudem gibt es eine Reihe von Szenen, welche die Nebencharaktere reduzieren (natürlich durch Ermordungen ;-) Nach diesen Szenen verbleibt der Protagonist als das letzte mögliche Opfer (Konvention).

Im ersten Teil der Halloween-Serie ermordet Myers drei Freunde der Protagonistin Laurie, bevor er sie attackiert.

 

Tipp: Es muss nicht immer nur das Monster sein, welches Figuren der Geschichte tötet (meist die Verbündeten des Protagonisten). Figuren können auch Mittäter des Monsters sein, welche vom Protagonisten umgebracht werden.

 

Alles-ist-Verloren Moment + Anpreisung + in der Gnade des Monsters

Außerdem gibt es den Alles-ist-Verloren Moment, der sich im Horror-Genre dadurch äußert, dass der Protagonist das Monster als unbesiegbar empfindet.

Im gleichen Beispiel Halloween- Die Nacht des Grauens wird Laurie von Myers attackiert. Sie sticht ihm eine Stricknadel in den Hals, einen Kleiderbügel ins Auge und ein Messer in die Brust. Statt verletzt liegen zu bleiben, setzt Myers seine Jagd auf Laurie fort, als wäre nichts gewesen. (Wunderbares Show don’t tell – Laurie sagt an keiner Stelle, dass sie keine Chance gegen Myers hätte. Es wird alles gezeigt.)

Im Alles-ist-Verloren Moment darf eine weitere Pflichtszene auftauchen: Die Anpreisung des Monsters – oder die bessere Alternative: die Offenbarung der Unfähigkeit, dass Monster zu besiegen.

Der Alles-ist-Verloren Moment ist das Herzstück jeder Horrorstory. In dieser Szene befindet sich das Opfer (der Protagonist) in der Gnade des Monsters und entdeckt seine bis dato verborgene Gabe/Talent/Geschick.

Wie bereits im Artikel Die düsteren Geheimnisse des Horror-Genres erwähnt, kann der Protagonist die Attacke des Monsters überleben oder auch nicht.

Anmerkung: Wenn dein Protagonist ums Leben kommt, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass deine Leserschaft deine Geschichte nicht mögen wird. Nicht grundlos ist Evil Dead 2 erfolgreicher als Evil Dead 1, wo der Protagonist im ersten Teil am Ende starb.

Tipp: Wie bei jeder Geschichte konzentriere dich darauf, die Geschichte zu erzählen, die du erzählen willst und mach dir weniger Gedanken um den passenden Markt für deinen Roman.

Klar, darf dein Monster deinen Protagonisten umbringen – aber hier musst du damit rechnen, dass es zwar eine Leserschaft für diese Art Bücher gibt, aber die meisten Horrorfans eine Story bevorzugen, wo die Hauptfigur am Leben bleibt.

 

Das doppelte Ende

Und nicht zu vergessen eine Pflichtszene, die der Thriller aus dem Horror-Genre übernommen hat: das falsche Ende.

Das heißt, eine Horrorstory sollte immer zwei Enden haben.

In Halloween scheint der Film mit Loomis (Psychiater Myers) zu enden, der sechsmal auf Myers schießt und dieser vom Balkon des Hauses fällt. Ein kurzer Dialog mit Laurie folgt, indem Loomis betont, dass Myers der schwarze Mann war.
Als er den Balkon herabsieht, ist Myers verschwunden.

 

Sei auch nächste Woche wieder dabei, wenn ich dir noch ein paar Tipps und Kniffe an die Hand gebe, was du beim direkten Schreiben einer Horrorstory beachten kannst.
Außerdem erhältst du nächste Woche ein PDF-Bundle – alle Artikel der Horrorstory für dich zusammengefasst.

 

Denk dran: Noch eine Woche kannst du für den Horrorfilm abstimmen, zu dem ich eine ausführliche Analyse schreiben werde und veranschauliche, was wir in der Artikelreihe Horror gelernt habe. Einfach über den Link weiter unten.

Danke dir für's Mitmachen =)



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Storyanalyse.de

Melanie Naumann hilft Autoren, ihren besten Roman zu schreiben.

Melanie Naumann schreibt Thriller, studierte Sprache und bildet sich seit 2015 als Lektorin fort. Aus der Liebe zum Lektorat entstand zuerst ein Schreibblog, Ende 2018 dann Storyanalyse.de, um Autoren Hilfestellungen zum Schreiben und Lektorieren ihrer Manuskripte zu geben.

Melanie orientiert sich an den Story Grid Erkenntnissen von Shawn Coyne, da sie die Art des Lektorats des US-amerikanischen Lektors als die hilfreichste Methode empfindet, um herauszufinden, ob Geschichten funktionieren.

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