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Konventionen des Horror-Genres

12 Elemente des Horror-Genres

Horrorfans wissen, was sie von einer Horrorgeschichte erwarten. Aber hast du auch an alle Elemente und Konventionen des Horror-Genres gedacht?

 

Konventionen des Horror-Genres - 12 Elemente des Horror-Genres

09. Nov 2018 0

Inhaltsübersicht

Konventionen erklärt

Auflistung der Konventionen

 

Jedes Genre löst bestimmte Erwartungen bei den Lesern aus.

Auch wenn Genre-Fans nicht immer sagen können, welche Elemente sie in einer Horror-Geschichte wiederfinden wollen, gibt es ein paar, die absolut nicht fehlen dürfen. Lässt man diese Bestandteile weg, wird der Leser verwirrt oder gelangweilt sein. Aus diesem Grund sind Konventionen genauso wichtig, wie die Pflichtszenen eines Genres. Sind sie nicht vollständig, funktioniert die Geschichte nicht. Wer will das schon?

Ungleich den Pflichtszenen, die direkte Etappen in einer Geschichte markieren, sind Konventionen bestimmte Anforderungen an die Figuren und/oder Methoden für den fortschreitenden Plot, die in beliebiger Reihenfolge eingesetzt werden können.

 

Wenn du daran interessiert bist, eine mitreißende Horrorstory zu schreiben, die deinen Lesern das Fürchten lehrt, solltest du dir die folgenden Konventionen als Liste in deinem Dokument abspeichern.

Ich fasse sie am Ende für dich noch einmal kurz zusammen. Aber wenn du es nicht erwarten kannst, einfach scrollen ;-)

 

1. Enormer Kräfteunterschied zwischen Prota und Monster

Der Protagonist ist einer Horror-Geschichte darf ein Schwächling sein.

Es muss nicht unbedingt körperlich sein, aber stell dir vor, er ist genau die Person, von der jeder denkt, dass er die geringsten Überlebenschancen hat – weil er eben so tollpatschig ist, so schwach, so voller Fehler und Makel. Die Überraschung, die der Leser am Ende der Geschichte erfährt, ist dann umso größer, wenn diese Person das Monster letztlich überlistet.

 

2. Es gibt keinen Ausweg.

Der Protagonist wird zu der Konfrontation mit dem Monster gezwungen, weil die Situation oder der Ort, wo sie sich befinden, isoliert ist.

Zum Beispiel bei ›Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast‹ spielt sich diese Szene auf einem Boot mitten auf dem Meer ab. Entkommen unmöglich.

Zusätzlich ist das Setting düster, durch die Isolation fast erschreckend nah an Klaustrophobie. Die Gefahr wird durch labyrinth-ähnliche Effekte verdeckt.

Falls dein Prota noch leicht Hilfe holen kann, stellt dir die Frage, was dein Antagonist tun könnte, um deinem Prota den Weg abzuschneiden?
(z.B. in Evil Dead 2 wird die Brücke zerstört und Ash ist allein im Wald gefangen.)

Tipp: Die Atmosphäre in einer Horrorgeschichte ist wahnsinnig wichtig. Sie darf gern voller Details sein. Nur so kann der Horror erweckt werden und wirklich bedrohlich wirken. Manche sagen sogar, dass die düstere Atmosphäre noch wichtiger als der Plot selbst ist.

 

3. Es wird nicht rumgesessen.

Ganz, ganz wichtig ist es in Horrorgeschichten, dass dein Prota keine Schnarchnase ist.

Herumsitzen und auf den Tod warten ist ein absolutes No-Go!

Die Hauptfigur muss aktiv und neugierig sein, den Spuren folgen, um hinter das Geheimnis des Horrors zu gelangen

Natürlich dürfen die Figuren Angst haben. Immerhin haben sie (noch!) keine Ahnung, wie stark das Monster wirklich ist. Lass sie alles Menschenmögliche versuchen, um zu überleben. Erst darin spiegeln sich ihre Verzweiflung und ihre Angst wieder. Denk nur an SAW. Hier haben sich die Menschen die eigenen Gliedmaßen abgetrennt oder komplett das Teamdenken vergessen. Jeder dachte nur noch an sich, um zu überleben. In diesem Fall eine verheerende Entscheidung.

Der Protagonist nimmt es sogar mit dem Monster auf, um zu überleben und vor allem um dem Schicksal der Verdammnis zu entgehen!

 

4. Der Horror ist eine Unwahrscheinlichkeit.

Sicherlich sind Horrorgeschichten übertrieben und die meisten sind durch die übernatürlichen oder besessenen Monster realitätsfremd. Auch die auslösenden Ereignisse und steigenden Komplikationen sind sehr unwirklich und kaum wahrscheinlich, dass sie je eintreten würden.

Sprich, wenn man ein Haus wie bei The Grudge betritt und daraufhin dem Tode geweiht ist, ist purer kreativer Horror ;-) Aber die Angst ist real, wenn wir diese Geschichte miterleben.

 

5. Leben stehen auf dem Spiel.

Und nicht nur das Leben deines Protas, sondern auch vieler anderer Menschen. Dieses Dilemma ist der Antrieb deiner Hauptfigur. Er muss versuchen, nicht nur sich selbst zu retten, sondern vor allem die anderen Menschen, weil seine Niederlage für ihn Verdammnis bedeuten würde.

Bestes Beispiel: In Zombie-Apokalypsen muss der Held versuchen, der den Planeten zerstörenden Pest an Untoten Einhalt zu schaffen, weil sonst die gesamte Menschheit verloren ist.

 

6. Die Geschichte enthält Elemente der Spannung.

Spannung ist ein erzählerisches Mittel, wo sowohl der Leser als auch der Protagonist denselben Informationsstand besitzen.

Du hältst deine Leserschaft also im ständigen Unbehagen, weil das Monster beliebig zuschlägt und keinem eine Pause gönnt. Es gibt einfach keine ruhigen Momente.

In ›The Happening‹ mit Mark Wahlberg war der Wind ein andauernder, aber unsichtbarer Feind. Wie soll man gegen diese Macht ankämpfen?

Tipp: Verschleiere die Macht des Monsters. D.h. lass dein Monster versteckt so lang wie du kannst, und enthülle immer schrecklichere Stärken, die dein Monster besitzt.

 

7. Überraschendes Aufeinanderfolgen.

Die Sequenzen/Abschnitte deiner Ereignisse sind überraschend und beginnen meist in alltäglichen Situationen, denen übernatürliche oder fantastische Elemente innewohnen.

Denke immer daran, dass die Essenz einer Horrorgeschichte im Vertrauten liegt. ›Scream‹ beginnt mit einem Telefonanruf. Wahrscheinlich verwählt, aber wie sich die Szene dreht, ist Horror pur.

 

8. Vertrautes Streben nach Zielen

Der Leser muss sich mit dem Protagonisten identifizieren können.

Das gelingt einerseits durch die Etablierung von vertrauten Vorkommnissen (sh. Punkt 7) sowie durch die Ziele, welche die Hauptfigur erreichen will. Sprich, vor dem auslösenden Ereignis muss der Leser wissen, was sie in der normalen Welt wollen, in der sie sich befinden, bevor das Monster zuschlägt. Wollen sie auf ein Date gehen? Freunde besuchen? Das beste für ihre Liebsten oder haben sie sie ungewollt vernachlässigt?

Irgendwo im Mittelteil wird der Leser an ihr Bedürfnis erinnert. Nur mit Hilfe dieses konkreten Zieles des Protagonisten wollen wir, dass er überlebt, anstatt das er in einer grauenhaften Szene umkommt.

 

9. Verhandeln ist ausgeschlossen.

Wie würde eine Horrorgeschichte aussehen, wenn der Protagonist versucht, mit dem Monster zu reden: ›Hey, also, was du hier so machst. All das Abschlachten von Menschen und so, ist es nicht so dolle. Kannste damit aufhören?« ;-)

Das Monster ist vom Bösen besessen. Es strebt nach Vernichtung und Verzweiflung. Es will sich nicht auf einen Kaffee treffen und darüber diskutieren, ob es nicht besser aufhören sollte.

Tipp: Lass den Leser die Macht des Monsters spüren, indem du sie sich in die Opfer hineinversetzen lässt.

Shawn Coyne nennt diesen Zustand einen ›sadomasochistisch Flip Flop‹. Das heißt, so sehr der Leser mit dem Protagonisten mitfühlt, wählt er sich eine Horrorstory, weil er die Figuren auf’s Extremste leiden sehen will – sowohl die Opfer als auch das Monster.

Um mit dem Monster eine Verbindung aufzubauen, muss man ihm glaubwürdige Beweggründe für ihr Verhalten geben.

Fehlt diese Verbindung, läuft man der Gefahr aus, dass die Geschichte als Parodie aufgefasst wird.

 

10. Anpreisung des Monsters

An irgendeiner Stelle in deiner Geschichte muss der Protagonist oder eine andere Figur aussagen, dass es keine Chance zu geben scheint, um das Monster zu besiegen. Das ist eine sehr gute Art der Dramatisierung. Wenn selbst die Figuren keinen Ausweg sehen, wie kann die Geschichte dann noch halbwegs zu einem guten Ende finden?

 

11. Das Beste zum Schluss

Der Protagonist stellt das letzte Opfer des Monsters dar.

Klar, oder? Der Leser hat so viel in den Prota investiert, wenn man ihn vor dem Ende einfach absägt, wird es den Leser nicht gerade glücklich machen. Auch nicht die Rezension ;-)

 

12. Das Böse bleibt bestehen.

Der Autor gibt einen kleinen Anhaltspunkt darauf, dass selbst wenn das Monster überlistet werden konnte, das Böse noch immer existiert.

Das Monster kann also zurückkehren, das Wann und Wo bleibt jedoch unbekannt.

 

Hier sind alle 12 Konventionen des Horror-Genres noch einmal für dich zusammengefasst.

  1. Enormer Kräfteunterschied zwischen Prota und Monster
  2. Es gibt keinen Ausweg.
  3. Es wird nicht rumgesessen.
  4. Der Horror ist eine Unwahrscheinlichkeit.
  5. Leben stehen auf dem Spiel
  6. Die Geschichte enthält Elemente der Spannung.
  7. Überraschendes Aufeinanderfolgen
  8. Vertrautes Streben nach Zielen
  9. Verhandeln ist ausgeschlossen.
  10. Anpreisung des Monsters
  11. Das Beste zum Schluss
  12. Das Böse bleibt bestehen


Was denkst du, was bei einer Horrorgeschichte überhaupt nicht fehlen darf, weil sie dir sonst nicht gefallen würde? Hinterlass deine Antwort gern in den Kommentaren.



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Storyanalyse.de

Melanie Naumann hilft Autoren, ihren besten Roman zu schreiben.

Melanie Naumann schreibt Thriller, studierte Sprache und bildet sich seit 2015 als Lektorin fort. Aus der Liebe zum Lektorat entstand zuerst ein Schreibblog, Ende 2018 dann Storyanalyse.de, um Autoren Hilfestellungen zum Schreiben und Lektorieren ihrer Manuskripte zu geben.

Melanie orientiert sich an den Story Grid Erkenntnissen von Shawn Coyne, da sie die Art des Lektorats des US-amerikanischen Lektors als die hilfreichste Methode empfindet, um herauszufinden, ob Geschichten funktionieren.

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