Nichts verpassen!
Mitglied werden

Was ist das Genre meines Buches/Romans?

Wie finde ich das Genre, in dem ich schreibe?

Ein Buch im richtigen Genre schreiben

Man muss wissen, in welchem Genre man sein Buch schreiben will. Erfahre hier, wie du dein Genre findest und wie du dadurch die Erwartung deiner Leser erfüllst.

 

Wie finde ich das Genre, in dem ich schreibe? - Ein Buch im richtigen Genre schreiben

18. Jan 2019 0

Warum ist Genre so wichtig? Und warum ist es noch wichtiger, dass du weißt, zu welchem Genre das Buch gehört, das du schreibst?

In diesem Beitrag erfährst du, wie die Entscheidung für das Genre deines Romans bestimmt, ob deine Leser dein Buch mögen werden oder nicht. Genre ist der Schlüssel zum Erfolg. Wer sein Genre kennt und es beherrscht, kann die Erwartungen seiner Leser erfüllen. Wer ein Buch schreibt, ohne zu wissen, in welches Genre es gehört, wird Verluste in seinen Verkaufs- und Leserzahlen verzeichnen.

Klingt hart, ich weiß.

 

Inhalt

 

Wie mir das Story Grid half, mein Genre zu finden

"Warum der Film Gladiator nicht ins Action-Genre gehört." (Bild mit Gladiatoren), Storyanalyse.deBevor ich das Story Grid von Shawn Coyne studierte, glaubte ich, dass ich eine Actiongeschichte geschrieben hätte.

Mein Buch ›Der Fedora Attentäter‹ verfügt zwar über zahlreiche Actionsequenzen, aber allein der Anteil an Action (bei mir: Bomben, Explosionen, Geiselnahmen, Entführungen) machen nicht das Genre aus, zu dem eine Geschichte gehört.

Mein Buch ist ein Thriller, da ich alle Konventionen und Pflichtszenen dieses Genres bediene, aber nicht alle Konventionen der Actiongeschichte darin umsetze. Hätte ich mein Buch nun unter Actiongeschichte vermarktet (für die andere Erwartungen gelten), wären meine Leser enttäuscht gewesen.

Genre sagt aus, was ein Leser von einer Geschichte erwarten kann.

Ist die Genre-Kennzeichnung falsch, an der sich auch das Buchcover ausrichtet, wird der Leser in der Geschichte nicht das finden, weswegen er das Buch gekauft hatte.

 Links sind Affiliate Links

Ein anderes Beispiel: Gladiator

GladiatorDer Film ›Gladiator‹ ist keine Actiongeschichte.

Ich sage es gern nochmal: Der Film ›Gladiator‹ ist kein Actionfilm. Trotz des hohen Maßes an Action, einschließlich kolossaler und blutiger Kampfszenen, beginnt und endet die Geschichte mit den inneren Werten eines Mannes, dessen Prinzipien nicht gefährdet werden können, selbst wenn er körperlich versklavt und gezwungen wird, gegen diese Prinzipien zu handeln.

Gladiator gehört zum Status-Genre (mehr dazu bald).

Denk nur daran, dass die Geschichte Maximus vorstellt, wie er der Führer seines Kriegsherrn ist und jede Schlacht gegen die Germanen gewonnen hat. Er ist an der Spitze seiner Karriere als Legionär. Umso drastischer wenn wir sehen, wie Maximus all seiner Titel beraubt wird und als Sklave endet. Nicht nur Sklave, sondern als Gladiator.

Status bezieht sich immer darauf, wie eine Person in einem sozialen Gefüge aufsteigen oder fallen kann. Commodus steigt zum Caesar auf – nur um am Ende wieder zu fallen, während Maximus Körper symbolisch für seinen wiedergewonnenen Aufstieg in die Höhe gehoben wird, während Commodus liegen bleibt.

Es ist wirklich verlockend, das sekundäre Genre dieses Films als Action zu kennzeichnen – wiederum wegen all der ACTION. Das Verlangen nach Rache von Maximus hält ihn am Leben, aber die Handlung der Action eines Racheplots erfordert technisch, dass der Held den Schurken jagt, während Maximus keine Hoffnung auf diese freie Handlung hat. Seine Gelegenheit zur Rache ist mehr oder weniger zufällig.

 

Hätte ich Shawn Coyne und das Story Grid nicht gekannt, hätte ich Gladiator weiter als Actionfilm betrachtet. Aber wenn man weiß, worauf man achten muss und wie sich die Genres voneinander unterscheiden und wie externe und interne Genres miteinander verwoben werden können, kann man Geschichten viel besser beurteilen und wirklich klar herausfinden, zu welchem Genre eine Geschichte gehört ODER anderen Autoren helfen, die Frage: ›Wie finde ich das Genre, in dem ich schreibe?‹ zu beantworten.

 "Genre hilft dir schon vor dem Schreiben deines Romans zu wissen, was die Leser von deiner Geschichte erwarten werden." - storyanalyse.de

Warum es so wichtig ist, zu wissen, was dein Genre ist

  • Genre ist wichtiger, als man anzunehmen glaubt.
  • Genre wirkt sich auf jeden Bereich deines Romans aus.
  • Genre beeinflusst die Figuren in deinem Buch.
  • Genre schützt dich vor Schreibblockaden, die dich so niederschlagen, dass du am liebsten alles hinwerfen würdest.
  • Genre hilft dir beim Marketing.

 

Und vor allem wird Genre dir helfen, ein Buch zu schreiben, das deinen Lesern gefallen wird. Wer mit seinen Geschichten die Erwartungen seiner Leser erfüllen kann, wird Leser gewinnen, die durch Weiterempfehlungen zu diesem Buch finden.

 

Ohne Shawn Coyne hätte ich nie so ein starkes Bewusstsein für Genre entwickelt.

Genre hilft mir schon vor dem Schreiben meines Buches zu wissen, was Leser von meiner Geschichte erwarten werden.

Und wer weiß, was Leser erwarten, kann Geschichten schreiben, die nicht nur die Leser überraschen, sondern sie auch begeistern.

 

Wer ist Shawn Coyne?

Wer bis hier noch nicht weiß, wer Shawn Coyne ist, kann sich im folgenden Video einen Beitrag von Shawn Coyne ansehen, wo er über Genre spricht.

(Sprache des Videos ist in Englisch, da es das Story Grid noch nicht in Deutschland gibt – aber ich bin dran, es auch deutschen Autoren zugänglich zu machen. Mehr dazu erfährst du hier: Meine Story Grid Mission.)

 

Genre aus der Perspektive eines Autors

Wir alle kennen Genres – sei es durch die Filmkategorien auf Amazon Prime oder Netflix, oder durch die Klassifizierungen im Buchhandel. Aber wenn wir Genre wirklich verstehen wollen, müssen wir Genre aus der Perspektive eines Autors betrachten.

Vielleicht ist das Konzept Genre einfacher verständlich, wenn wir dieses Beispiel betrachten:

Stell dir vor, du trainierst jeden Tag im Fitnessstudio und hältst eine strenge Diät ein. Am Freitag willst du mit Freunden essen gehen und dir einen richtig deftigen American Hamburger gönnen, mit extra viel Käse, schönen saftigem Fleisch und geräuchertem Schinken.

Mit deinen Freunden gehst du zum besten Restaurant der Stadt und bestellt deinen Beefburger.

15 Minuten später bekommst du deinen Burger serviert. Aber statt eines Beefburgers ist es ein Tofu-Burger. Weltklasse und vom besten Koch des Landes zubereitet. Aber du bist nicht ins Restaurant gegangen, um einen Tofuburger zu essen. Du warst in der Stimmung für einen Beefburger. Egal, wie gut der Tofu-Burger ist, bist du enttäuscht. Und du wirst das Restaurant auch niemanden weiteremfehlen, weil du nicht bekommen hast, was du wolltest.

Wenn wir gerne Liebesgeschichten lesen und selbst eine Lovestory schreiben wollen, müssen wir uns die Frage stellen, ob es eher eine romantische Komödie sein soll (Crazy, Stupid, Love) oder ein Familiendrama (Kramer vs. Kramer). In beiden Subgenres des Lovestory Genres geht es um Beziehungen – einmal um die Anwandlung einer Beziehung und im zweiten Fall um die Ehe.

Oder wir wollen einen Thriller schreiben. Soll es ein Thriller mit der Schwerpunkt Recht sein (Michael Clayton) oder ein Psychothriller (Das Schweigen der Lämmer)?

 

"Für Autoren definiert sich Genre an der Art der Geschichte, die man erzählen will." - storyanalyse.de 8Bild mit verschiedenen Szenen im Hintergrund, um Genrevielfältigkeit zu zeigen.)

Es dreht sich dabei um die Erwartungen der Leser. Um ein erfolgreiches Buch zu schreiben, müssen sich Leser, Marketing und Autor einig sein, um was für eine Art von Geschichte es sich handelt!

 

Was ist dein primäres Genre?

Tipp: Schreibe deinen Roman in nur einem Genre

Natürlich gibt es auch die Mischung: Liebesgeschichten finden sich oft in vielen Arten von Geschichten wieder, aber sie müssen nicht die Hauptkategorie des Buches sein. Wer ein Buch schreibt, der muss sich auf ein primäres Genre festlegen. Ein Genre!

Wenn es zu einer Actiongeschichte auch eine Lovestory gibt, aber sich das Buch größtenteils um Leben und Tod dreht, dann ist Action das primäre Genre und die Liebesgeschichte die Nebenhandlung und somit nur das sekundäre, unterstützende Genre.

Hinweis: Bitte nicht verwechseln: Science-Fiction Horror oder Fantasy Actiongeschichte etc. Science-Fiction ist eine Form von Fantasy. Und Fantasy bestimmt zwar ein Verkaufsgenre, gehört aber nicht zu der Art Genre, was die Art der Geschichte bestimmt, sondern nur, in welcher Art Realität die Geschichte stattfindet.

Wer also sagt, ich habe eine Fantasy-Geschichte geschrieben, sagt dem Leser nicht, was er für eine Art von Geschichte erwarten kann. Fantasy kann bedeuten, es ist eine Actiongeschichte wie Herr der Ringe, Horror wie Twilight oder Krimi-Fantasy (die Serie Grimm – Polizist, der Gestalten aus Grimm’s Märchen jagt, die Verbrechen begehen.)

 

Wähle ein Genre aus. Nur eins.

Das ist der beste Rat, den ich dir geben kann.

Mach dich aber auch nicht verrückt, wenn du am Anfang noch nicht weißt, in welchem Genre du dein Buch schreiben willst. Manchmal kannst du auch einfach nur die Geschichte fließen lassen und deinen ersten Entwurf schreiben. Auch diese Herangehensweise funktioniert – immerhin ist die größte Herausforderung erst einmal, die Geschichte auf Papier zu bringen.

Aber spätestens in der Überarbeitung zum zweiten Entwurf sollte man sich festlegen, was das primäre Genre ist. Ohne diese Entscheidung wird man nicht zielgerichtet lektorieren können und sich in ein Fass ohne Boden begeben, das nie gestopft werden kann.

Wenn ich eine Geschichte an meine Testleser gebe, möchte ich zuerst von ihnen wissen, ob sie der Geschichte folgen konnten. Wenn sie mir sagen, dass sie stellenweise verwirrt waren, dann klingen die Alarmglocken. Der Job eines Autors ist es, den Leser an die Hand zu nehmen und ihn durch die Geschichte zu führen.

 

Wenn du mehr über Genre erfahren möchtest und aus welchen fünf Bereichen/Entscheidungen sich das Genre deines Buches zusammensetzt, dann kannst du gern den folgenden Artikel weiterlesen.
Der Artikel ›Fünf Fragen der Genre-Entscheidung‹ beruht auf den Erkenntnissen von Shawn Coyne, der von vielen Autoren hörte, welche Art Geschichte sie schreiben wollen, um daraufhin eine Kategorisierung zu treffen, die vor allem Autoren hilft, ihr Genre zu finden.

 

 

Was ist dein Genre, in dem du schreibst? Hat dir dieser Artikel geholfen oder hast du noch Fragen? Schreib sie gern in die Kommentare.



alt
Storyanalyse.de

Melanie Naumann hilft Autoren, ihre Geschichten auf ein neues Level zu heben.

Melanie Naumann schreibt Thriller, studierte Sprache und bildet sich seit 2015 als Lektorin fort. Aus der Liebe zum Lektorat entstand zuerst ein Schreibblog, Ende 2018 dann Storyanalyse.de, um Autoren Hilfestellungen zum Schreiben und Lektorieren ihrer Manuskripte zu geben.

Melanie orientiert sich an den Story Grid Erkenntnissen von Shawn Coyne, da sie die Art des Lektorats des US-amerikanischen Lektors als die hilfreichste Methode empfindet, um herauszufinden, ob Geschichten funktionieren.

  • Newsletter
  • Alle Beiträge

Wie du die Erwartung deiner Leser erfüllst

Der E-Mail Kurs um bessere Geschichten zu schreiben

Erfahre nicht nur, wie man Geschichten schreibt, welche die Anforderung deiner Leser an deine Geschichte erfüllen, sondern erhalte außerdem den PDF-Leitfaden dazu: 7 Schritte, wie du mit dem Lektorat beginnst.

Weitere Beiträge

Dein Kommentar

Kommentare 0


Lerne, wie man Szenen schreibt

Analyse einer Szene

Lerne, wie man perfekte Szenen schreibt. Am Beispiel einer deiner Szenen gebe ich dir Hilfestellungen, wie eine Szene aufgebaut sein muss.

Mehr erfahren

Vor dem Schreiben

Analyse deines Plots

Bevor du Wochen oder Monate ins Schreiben deiner Geschichte investierst, kann ich dir helfen herauszufinden, ob das Gerüst deiner Geschichte hält oder es Verbesserung bedarf.

Mehr erfahren

Nach dem ersten Entwurf

Analyse deines Manuskripts

Dein erster Entwurf ist geschrieben? Mit Hilfe dieses Lektorats analysiere ich deine Geschichte und gebe dir konkretes Feedback, welche Stellen verbessert werden müssen, um die Erwartung der Leser zu erfüllen.

Mehr erfahren