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Warum sich Geschichten um Veränderung drehen

Was wir von Geschichten erwarten.

Worauf muss man beim Schreiben von Romanen achten? Erfahre, warum sich deine Geschichte und sogar jede Szene verändern muss.

 

Warum sich Geschichten um Veränderung drehen - Was wir von Geschichten erwarten.

23. Nov 2018 0

Was erwarten wir eigentlich von Geschichten?

Sie sollen uns unterhalten, klar. Aber Geschichten sind auch Wegweiser und Entscheidungshilfen, wenn wir uns in Situationen wiederfinden, die uns herausfordern.

Aber warum ist es so wichtig, dass sich eine Geschichte vom Anfang zum Ende verändert? Kann es nicht einfach wieder so sein, wie es am Anfang war?

In diesem Beitrag erfährst du mehr zu dem wichtigsten Punkt, worauf man beim Schreiben von Romanen achten sollte. Am Ende wirst du wissen, warum sich deine Geschichte und sogar jede Szene verändern muss.

 

Die Mikro- und Makrosicht auf eine Geschichte

Wenn wir eine Geschichte als Ganzes betrachten – angenommen wir sitzen auf dem Mond und schauen zur Erde herab – dann sehen wir nur die Form unseres Planeten. Wir betrachten unsere Welt aus einer Makroperspektive.

Auch Geschichten müssen wir von weit weg als auch von der Nähe betrachten.

Das heißt, die Makrosicht auf die Erde ist unsere gesamte Geschichte.

Die Mikrosicht auf die Dinge ist wie eine Reise. Die Akte einer Story sind die Kontinente, die Länder die Sequenzen, die Landschaften die Szenen und die direkte Umgebung von uns ist der Taktschlag einer Geschichte. Wir können also heraus- wie auch hineinzoomen.

 

Geschichten brauchen Veränderung.

Egal, von welcher Perspektive wir unsere Reise betrachten, Veränderung ist ein Faktor, der uns immer begleitet. Ob wir es wollen, oder nicht.

Sei es, dass es düster wird, Regen einsetzt oder die Sonne scheint. Wind verweht unser Haar. Wir fühlen Wärme oder Kälte, nehmen unterschiedliche Gerüche wahr oder hören das Meer rauschen.

Alles was wir mit unseren Sinnen wahrnehmen, verändert sich auf unserer Reise – selbst, wenn wir uns am selben Fleck aufhalten.

Mit Geschichten ist es gleich. Geschichten brauchen Veränderung, sei es im Makrokosmos der globalen Geschichte oder in den einzelnen Bestandteilen einer Story (Akte, Sequenzen, Szenen, Taktschläge). Ohne Veränderung haben wir keine Geschichte. Wer möchte schon, dass alles gleich bleibt?

Keiner will ohne Veränderung leben. Eine Welt, wo alles gleich bleibt, ist nicht lebenswert. Sie ist langweilig. Wenn immer nur die Sonne scheint, sehnen wir uns nach dem Tag, wo wir endlich wieder hören, wie der Regen an unsere Fenster klopft.

Wer Geschichten schreibt, muss seine Geschichte wie eine Reise für seine Leser betrachten.

Wir wollen den Leser an verschiedene Orte bringen, ihn mit seinen Sinnen erfahren lassen, wo er ist und ihm immer weiterführen.

Veränderungen gehören in jede Einheit von Geschichten. Und wem es gelingt, Szenen zu schreiben, die sich wandeln, der hat einen wichtigen Teil des Schreibhandwerks verstanden:

 

Aber wie schafft man es, funktionierende Szenen zu schreiben?

In kurz: Man muss sicherstellen, dass der Wert am Szenenanfang sich im Gegensatz zum Szenenende gewandelt hat.

Sprich, wenn wir eine Actionstory schreiben, deren Werteskala sich zwischen Leben und Tod bewegt, muss der Wert entweder näher zum Tod oder zum Leben am Ende der Szene rutschen.

Außerdem muss jede Szene über die fünf Bestandteile verfügen, die Shawn Coyne im Story Grid so detailliert aufgeschlüsselt hat.

Zusammengefasst sind die fünf Bestandteile:

 

Aber das ist nur Theorie. Wichtiger ist, wie du dieses Wissen in die Praxis umsetzen kannst.

Diese fünf Bestandteile einer Szene (im Übrigen auch von jeder Einheit einer Geschichte – im Makro- & Mikrokosmos betrachtet) bauen eine Geschichte auf. Ohne diese Elemente trägt die Story kein Leben in sich.

Wenn wir also an unsere Reise zurückdenken, dann sind diese Elemente die Zwischenfälle, Herausforderungen, Stolpersteine, Kreuzungen und atemberaubenden Erlebnisse, die uns auf unserem Weg begegnen.

Es sind Elemente, die uns aus dem Gleichgewicht werfen können, die Situationen verschlimmern, uns zu einer Entscheidung zwingen und uns mit den Konsequenzen konfrontieren.

Wer auf diese Elemente verzichtet, hat eine Geschichte, die sich nicht vom Fleck bewegt. Reise = Stillstand.

Ob man es nun als Schablone betrachtet oder nicht, aber das sind die Bauteile, die eine Geschichte / einen Akt / Sequenz oder eine Szene ausmachen.

 

Es sind die Elemente, die eine Veränderung auslösen und verfolgen, zu was diese Veränderung führt.

Betrachten wir unsere Geschichte aus der Makroperspektive, kann man die Veränderung leicht erkennen.

Frodo ist nur ein Hobbit im Auenland, bis er zum Retter von Mittelerde wird. Eine Reise, die ihn so geprägt hat, dass er mit den Elben das Land verlässt.

Oder sei es eine Liebesgeschichte. Am Anfang der Story kennen sich die beiden Liebenden nicht, am Ende sind sie zusammen.

Im Krimi das gleiche: Am Anfang tötet ein Mörder, am Ende ist er gefasst.

 

Zwischen Anfang und Ende liegen natürlich Konflikte. Der Protagonist lernt aus seinen Erfahrungen. Die Ereignisse haben seine Sicht auf gewisse Dinge verändert, und somit auch sein komplettes Leben.

Aber um den Protagonisten bis zum Ende zu bringen, müssen auch während der Geschichte Veränderungen auftreten. Und das nicht nur ab und zu, sondern in der globalen Geschichte, in den Akten, Sequenzen, Szenen und Taktschlägen.

 

Wer sein Schreibhandwerk verbessern will, sollte sich darauf fokussieren, Szenen zu schreiben. Denn Szenen sind die stärksten Bausteine einer Geschichte.

Wer Szenen schreiben kann, die sich wandeln und die alle fünf Bestandteile in sich tragen, wird dieses Wissen auch auf die globale Geschichte übertragen können.

 

Wie man genau Szenen schreibt, die funktionieren, erfährst du im nächsten Beitrag.


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Warum sich Geschichten um Veränderung drehen - Was wir von Geschichten erwarten.
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Storyanalyse.de

Melanie Naumann hilft Autoren, ihre Geschichten auf ein neues Level zu heben.

Melanie Naumann schreibt Thriller, studierte Sprache und bildet sich seit 2015 als Lektorin fort. Aus der Liebe zum Lektorat entstand zuerst ein Schreibblog, Ende 2018 dann Storyanalyse.de, um Autoren Hilfestellungen zum Schreiben und Lektorieren ihrer Manuskripte zu geben.

Melanie orientiert sich an den Story Grid Erkenntnissen von Shawn Coyne, da sie die Art des Lektorats des US-amerikanischen Lektors als die hilfreichste Methode empfindet, um herauszufinden, ob Geschichten funktionieren.

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