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Wie schreibe ich eine super Szene für meinen Roman?

Szenen schreiben, die zum Weiterlesen anregen

Schreibe Szenen, die deine Leser in ihren Bann ziehen. In diesem Artikel erhältst du ein besseres Verständnis für Szenen, was sie sind und was sie brauchen, um zu funktionieren.

 

Wie schreibe ich eine super Szene für meinen Roman? - Szenen schreiben, die zum Weiterlesen anregen

14. Apr 2018 0

Ich mag es Geschichten zu lesen, die mich so sehr fesseln, dass ich die Szenen wie Chips verschlinge. Immer wenn eine Szene vorbei ist, lese ich die nächste, bis ich die gesamte Geschichte an einem Stück verschlungen habe.

Der Traum eines jeden Autors, eine Geschichte zu schreiben, die so mitreißend ist, dass der Leser das Buch an einem Tag liest.

In diesem Artikel erhältst du einen Leitfaden, wie du Szenen schreiben kannst, die deine Leser in ihren Bann ziehen. Am Ende dieses Beitrags wirst du ein besseres Verständnis für Szenen haben, was sie sind und was sie brauchen, um zu funktionieren.

 

Inhalt

 

Was ist das Ereignis in einer Szene?

Pride and Prejudice Story Grid EditionBesser als Shawn Coyne in der Stolz und Vorurteil Story Grid Edition kann ich es nicht ausdrücken (Bild = *Affiliate Link)

Ein Ereignis in einer Geschichte ist ein aktiver Wandel im Wert für ein oder mehrere Figuren, der das Ergebnis eines Konflikts darstellt. Eine funktionierende Szene besitzt zumindest ein Ereignis.

 

Wie gesagt, Geschichten handeln von Veränderung.

Konkreter: Geschichten handeln von Veränderung, die aus Konflikten entstehen. Der Wandel wird dabei von dem Wert der Geschichte bestimmt.


Was war denn jetzt nochmal der Wert in einer Geschichte?

Robert McKee bezeichnet den Wert in einer Geschichte als universelle Eigenschaften in menschlichen Erfahrungen, die sich von einem Moment zum nächsten vom Positiven zum Negativen, vom Negativen zum Positiven, vom Positiven zum Doppelpositiven oder vom Negativen zum Doppelnegativen verändern können. Dieser Wandel ist z.B. tot/lebend, Liebe/Hass, gerecht/ungerecht, naiv/weltklug, etc.

Diese Werte können alle auf einer Skala hin und her rutschen. Und das muss in jeder einzelnen Szene passieren, wenn man den Anfang und das Ende betrachtet.

 

Zum Beispiel:

Die Szene im Herr der Ringe, wo sich zu Elronds Rat Frodo bereit erklärt, der Ringträger zu sein. Diese Szene wandelt sich von ausgeschlossen zu integriert, gleichfalls wie von zurückhaltend/verschüchtert zu tapfer.

Mit welchen Worten man den Wandel in einer Szene zunächst beschreibt, ist egal. Hauptsache er ist vorhanden und etwas ist in der Szene passiert.

Frodo ist fortan nicht mehr der kleine Hobbit aus dem Auenland, sondern er ist der Schicksalsträger Mittelerdes. Diese Veränderung legt den Grundstein für den weiteren Verlauf der Geschichte, und wird am Ende ausgezahlt.

 

Günstig ist es, wenn du den Wandel einer Szene mit dem Wert deines globalen Genre oder deinem zweiten, unterstützenden Genres beschreiben kannst.

Wenn sich keine Veränderung in der Szene feststellen lässt, hast du keine Szene geschrieben. Es ist Exposition, Beschreibung oder nur ein hin und her, was die Geschichte nicht voranbringt.

Tipp: Es gibt natürlich auch die Meinung, dass Szenen zur Beschreibung von Figuren dienen dürfen. Aber man charakterisiert eine Figur am besten durch Handlung. Und wenn deine Figur handelt, unternimmt sie eine Aktion und eine Aktion hat Konsequenzen, die natürlich den Anfangswert der Szene wandeln können.

 

Die fünf Bestandteile einer Szene

Genau an diesem Punkt kommen die fünf Bestandteile einer Szene ins Spiel.

 

Jede Einheit einer Szene fungiert als ein Bauteil, um Veränderung zu schaffen. Man muss all diese fünf Teile zusammensetzen, damit man eine Szene hat, die funktioniert. Und damit es einfacher wird, besitzen sie auch eine festgelegte Reihenfolge.

Das heißt, das auslösende Ereignis plus die steigenden Komplikationen führt zu einer Krise, die zu einem Höhepunkt zusteuert, welcher wiederum die Konsequenzen der Entscheidung präsentiert.

Für jeden, der meint, diese Denkweise wäre nur eine Schablone und schränke seine kreative Freiheit ein, der soll sich bitte eins merken: Schreibe deine Geschichte, ohne auf das alles zu achten, aber spätestens, wenn es an die Überarbeitung geht, muss man sichergehen, dass jede Einheit der Geschichte diese fünf Bestandteile besitzt. Du kannst es als Schablone bezeichnen – eine Schablone, an die sich Bestseller-Autoren orientieren.

 

Das auslösende Ereignis

Das auslösende Ereignis ist der Initiator der Szene.

Dieses Ereignis muss die momentane Situation für deinen Protagonisten zum schlechten oder positiven kippen. Das heißt, er muss seine Situation neu beurteilen und sich an den neuen Umstand anpassen oder sich mit den ungünstigen Begebenheiten abfinden.

Es gibt zwei Wege, wie man ein auslösendes Ereignis herbeiführen kann. Das auslösende Ereignis kann zufällig oder kausal sein. In beiden Fällen sorgt dieses zündende Ereignis dafür, dass sich die Szene in Gang setzt. Gleichermaßen gibt dieser Vorfall dem Leser ein Versprechen auf das, was kommen wird.

Kausale auslösende Ereignisse sind das Ergebnis einer Entscheidung, die eine Figur trifft, während zufällige auslösende Ereignisse, wie es der Name sagt, durch Zufall entstehen. Mehr dazu kannst du hier lesen.

Tipp: Um die Vorfreude der Leser zu schüren, schreibe auslösende Ereignisse, die sie am Haken packen und große Versprechungen machen.

Denk nur daran, dass du alles auflöst, was du versprichst. Aber schreibe gegen die Erwartung, die ein Leser hat. Wenn er glaubt, dass sich eine Szene auf eine bestimmte Weise auflöst, überrasche ihn, in dem sich die Szene auf eine unerwartete Art und Weise dreht. So werden deine Leser nie vorhersehen können, was in der Geschichte passiert und es wird ein aufregendes Leseerlebnis für sie.

Vermische zufällige und kausale auslösende Ereignisse durch die gesamte Geschichte hinweg, aber lass es nicht eintönig werden: Nicht kausal – zufällig – kausal – zufällig, etc. Diese strikte Abwechslung braucht genauso Abwechslung ;-)

 

Ein auslösendes Ereignis ist das Potenzial einer jeden Szene. Mach was draus!

 

Steigende Komplikationen

Steigende Komplikationen sind die eskalierenden Etappen eines Konflikts, denen sich der Protagonist stellen muss.

Um sicherzustellen, dass die Komplikationen in ihrer Intensität zunehmen, gebe jede Komplikation eine Nummer von 1-10 und verfolge, ob die Nummern steigen oder nicht. Wenn deine Komplikationen nie mehr als 5 erreichen und vielleicht wieder abschwächen, dann verlaufen all diese Szenen ins Nirgendwo.

(1 = Entscheidung leicht umkehrbar, 5 = Entscheidung hat leichte Konsequenzen, 10 = Entscheidung kann nie mehr zurückgenommen werden – mehr dazu hier)

 

Wendepunkte

Wendepunkte sind die Spitze der steigenden Komplikationen.

Sie sind die stärkste Komplikation in einer Szene, wenn etwas plötzlich relevant wird, dass zuvor total unwichtig schien.

Diese neue Erkenntnis oder ein neuer Umstand katapultiert den Protagonisten in eine Krise, wo er zu einer Entscheidung gezwungen wird. Die Figur muss reagieren.

Mehrere Wendepunkte über mehrere Szenen verteilt treiben die Figur zu dem Punkt, wo es kein Zurück mehr gibt.

Wendepunkte können aktiv sein = hervorgerufen durch die Handlung/Aktion einer Figur; oder passiv durch eine Offenbarung (neue Information).

 

Ohne den eskalierenden Grad von Konflikten wird der Moment, wo die Figur reagiert, langweilig wirken. Es fühlt sich an, als passiere nichts und als ob nichts auf dem Spiel stände. Ohne Konflikte, keine Veränderung.

Tipp: Um Leser zu überraschen, schreibe unterschiedliche Wendepunkte, die sich sowohl einmal über Offenbarung als auch durch eine Aktion drehen.

Stelle dabei sicher, dass die Komplikationen zu einem Punkt führen, wo es kein Zurück mehr für die Figur gibt. Dieser Punkt treibt deine Figur dazu, eine Wahl zu treffen, und diese Entscheidung ist gleichzeitig der Auslöser für bedeutenden Wandel.

 

Die Krise

All diese Komplikationen, denen sich dein Protagonist stellen muss, enden in der Krise.

Die Krise ist nichts anderes als eine Entscheidung zwischen zwei Optionen, welche die Figur treffen muss. (Auch sich nicht zu entscheiden, ist eine zusätzliche Möglichkeit).

Die getroffene Wahl ist die beste Möglichkeit, um deine Figuren zu charakterisieren, denn erst wenn wir in einer Krise stecken und uns zwischen der besten schlechtesten Wahl oder zwei positiven Gütern, die sich nicht kombinieren lassen, entscheiden müssen, zeigen wir unsere wahre Persönlichkeit.

Wer wir wirklich sind, offenbart sich durch unsere Handlungen und nicht durch das, was wir sagen.

Eine Figur in einer Geschichte zu haben, bedeutet Handlung. Wenn wir als Leser nur dabei sind, wie eine Figur ihren Alltag bewältigt, dann wird diese Figur unser Interesse verlieren, egal, wie gut sie beschrieben ist.

Wir brauchen Figuren, die Entscheidungen treffen müssen, aus denen sich Konsequenzen ergeben, mit denen die Figur klar kommen muss.

Wie sie damit klar kommt, dass interessiert den Leser. Er will sehen, wie Figuren in einer Spirale nach unten fallen und wie sie aus dem Loch, in dem sie stecken, wieder rauskommen.

Aktionen bilden den Plot der Geschichte. Plot ist nichts anderes als die Sequenz von auslösendem Ereignis zu Komplikationen zu Krise zu Höhepunkt zu Auflösung. Es ist alles miteinander verbunden.


Wie bereits zuvor angesprochen, gibt es eine beste schlechteste Wahl oder die Entscheidung zwischen zwei positiven Gütern, die sich nicht miteinander vereinbaren lassen.

Es kann aber auch sein, dass eine positive Entscheidung für mich, negativ für eine andere Figur ist. Wenn wir an mein Beispiel mit dem Ticket denken, das mir der Wind aus der Hand gerissen hat, ergibt sich diese Entscheidung wie folgt (steigende Komplikationen vorausgesetzt).

Positiv: Ich fange das Ticket ein, was gut für mich ist, weil ich zum Konzert gehen kann.
Negativ: Die Oma, die neben mir stolpert, fällt hin und verletzt sich.

 

Höhepunkt

Die Antwort auf diese Entscheidung ist eine aktive Wahl der Figur = der Höhepunkt. Der Höhepunkt offenbart den wahren Charakter einer Figur. Wird er zu seiner Entscheidung stehen oder im letzten Moment einen Rückzieher machen?

Im Beispiel: Ich entscheide mich für das Ticket, bedeutet ich wäre nur an meinem eigenen Wohl interessiert.

Entscheide ich mich jedoch dazu, der Frau zu helfen, dann heißt dies für meine Person, dass ich an dem Wohl anderer interessiert bin.

All diese Entscheidungen, die eine Figur im Laufe der Geschichte trifft, bauen die Handlung auf. Die Veränderung geht dabei mit diesen Entscheidungen einher.

 

Die Auflösung

Die Auflösung ist keine Zusammenfassung der vorangegangenen Ereignisse, sondern es ist die Antwort auf die Frage: Zu was hat die Entscheidung geführt? Was ist die Auswirkung der getroffenen Entscheidung?

Meist lassen Auflösungen den Leser wissen, was der Höhepunkt bedeutet hat und wie sich die Weltansicht aufgrund dieser Entscheidung verändert hat.

 

Warum ist Veränderung in Geschichten so wichtig?

Kommen wir nochmal auf diese Frage zurück. (Blogbeitrag dazu hier nachlesen)

Ich denke, wenn man weiß, wie man eine Geschichte erzählen kann, ist man schon sehr gut auf’s Leben vorbereitet. Unser eigenes Leben gleicht einer Heldenreise.

Bestimmte Ereignisse werfen uns aus der Bahn, und wir müssen verschiedene Herausforderungen meistern, um unsere Ziele zu erreichen. Nur um festzustellen, dass wir nie an den Punkt zurückkehren, an dem wir gestartet sind.

Wir verändern uns und müssen gleichzeitig Veränderung, ob gut oder schlecht, akzeptieren.

Wir stürzen in tiefe Löcher, manchmal ohne zu wissen, wie wir je wieder aus diesem Mist herauskommen sollen ... aber auch diesen Tiefpunkt gibt es in jeder Geschichte. Und Geschichten bringen uns bei, dass es weitergeht. Kein Held hört einfach auf und schmeißt alles hin, wenn die Hindernisse unüberwindbar scheinen.

Wir Menschen brauchen Geschichten.

Geschichten zeigen uns, wie man liebt, lebt und überlebt. Sie zeigen uns den Ausgang bestimmter Handlungen, während wir gemütlich und ohne Risiko zuhause sitzen dürfen. Geschichten lehren uns, was wir tun können und was wir bleiben lassen sollten. Geschichten sind wichtiger als pure Unterhaltung.

Szenen schreiben, die funktionieren, bedeutet, dass man alle fünf Bestandteile des Geschichtenerzählens einbringt.

Man braucht ein auslösendes Ereignis, das den Protagonisten aus der Bahn wirft. Zudem steigende Komplikationen, die Spannung aufbauen, und die Figur zu einer Entscheidung zwingen. Es ist eine Entscheidung, die preisgibt, wer sie wirklich sind. Die Antwort auf die Krise führt zu der Auflösung und einer neuen Sicht auf die Dinge.

Ohne diese Elemente ist das Geschriebene keine Szene. Szenen müssen zu etwas führen und Veränderungen müssen auftreten, denn Veränderung ist der Zweck einer Geschichte.

 

Was denkst du über diesen Beitrag? Bitte teile deine Gedanken in den Kommentaren. Oder lass mich wissen, wenn du Fragen hast. Danke.

 

 Erfahre mehr dazu, wie man überprüfen kann, ob die eigene Szene funktioniert:



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Storyanalyse.de

Melanie Naumann hilft Autoren, ihren besten Roman zu schreiben.

Melanie Naumann schreibt Thriller, studierte Sprache und bildet sich seit 2015 als Lektorin fort. Aus der Liebe zum Lektorat entstand zuerst ein Schreibblog, Ende 2018 dann Storyanalyse.de, um Autoren Hilfestellungen zum Schreiben und Lektorieren ihrer Manuskripte zu geben.

Melanie orientiert sich an den Story Grid Erkenntnissen von Shawn Coyne, da sie die Art des Lektorats des US-amerikanischen Lektors als die hilfreichste Methode empfindet, um herauszufinden, ob Geschichten funktionieren.

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