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Wie kann ich Leser mit meiner Geschichte fesseln?

Wie man Krisen nutzt, um Spannung zu halten.

Was ist der Kleber, der die Leser an deine Geschichte bindet? Was suchen Leser und was wollen sie durch Geschichten erfahren? Und wie schreibt man einen Roman, den man nicht mehr aus der Hand legen will?

 

Wie kann ich Leser mit meiner Geschichte fesseln? - Wie man Krisen nutzt, um Spannung zu halten.

04. Jan 2019 2

Erfahre in diesem Beitrag, wie du bessere Szenen schreiben kannst. Du lernst, wie du die Szenen deiner Geschichte testen kannst, sodass du an keiner Stelle das Interesse der Leser verlierst.

Wie das geht?

Die kurze Antwort: Der Kleister zwischen der Geschichte und deinem Leser ist die Krise.

Inhalt

 

Okay, was war die Krise nochmal?

Eine Krise führt immer zu einer Entscheidung, welche die Figur treffen muss.

Die Entscheidung kann entweder die beste, schlechteste Wahl sein (Würdest du lieber ...?) oder sich auf zwei positive Optionen beziehen, die nicht miteinander kombinierbar sind (Sollte ich etwas tun, dass gut für mich ist oder gut für jemand anderen?)

 

Warum brauchen Geschichten Krisen?

Wahrscheinlich hast du schon von Show, don’t Tell gehört. Hier geht es darum, dass du dem Leser etwas aktiv zeigst und nicht nur irgendetwas über deine Figuren erzählst oder beschreibst, was letztlich nur Behauptungen sind.

Leser wollen aktiv sehen, wie eine Figur drauf ist. Und welch bessere Möglichkeit gibt es, den wahren Charakter einer Person zu erkennen, wenn sich diese Person in einer Krise befindet und sich zwischen zwei Optionen entscheiden muss?

Storyanalyse - Zeige den wahren Charakter einer Figur, indem du sie in eine Krise stürzt und zu einer Entscheidung zwingst. Die Entscheidung, die in der Krise getroffen wird, zeigt den wahren Charakter der Figur.

Eine Krise sollte jedoch nicht banal oder belanglos für die Geschichte eingesetzt werden, sondern immer auf das primäre Ziel der Geschichte genutzt werden. Die Krise ist demnach der ultimative Test, den Willen der Figur auszutesten, welche sich in einem Dilemma befindet und ihr bewusstes Ziel erreichen möchte.

 

Warum ist die Krise so wichtig für Geschichten?

Die Krise gehört zu den fünf Pflichtbestandteilen von jeder Einheit einer Geschichte.

Außerdem ist die Krise die Möglichkeit, um den Leser so richtig am Haken zu packen. Sobald eine Figur in einem Dilemma steckt, will man wissen, für welche Option sich diese Figur entscheidet. Und nachdem sie diese Entscheidung getroffen hat, möchte man natürlich beobachten, welche Konsequenzen diese Entscheidung mit sich bringt.

Krisen sind wie ein Weg, der sich in zwei unterschiedliche Richtungen aufteilt.

Und diese Zwei-Wege-Optionen bauen die gesamte Geschichte auf und befinden sich in jeder einzelnen Szene.

So gesehen setzt sich eine Geschichte aus einer Aneinanderreihung von Entscheidungen(!) für einen bestimmten Wegabschnitt ein. Der Protagonist muss sich also immer wieder entscheiden: geht er links oder geht er rechts, während er sein bewusstes Ziel verfolgt. Dabei sind diese beiden Optionen entweder eine Entscheidung zwischen der besten, schlechtesten Wahl (z.B. links lauert der Hai und rechts der Tiger) oder eine Entscheidung zwischen zwei positiven Optionen, die nicht miteinander kombinierbar sind (z.B. links liegt ein Baby, dass meine Hilfe braucht = gut für das Baby; oder rechts: ich treffe auf meinen Traummann = gut für mich).

 

Wie vermeide ich langweilige Szenen?

Wer schon mal das Gefühl gehabt hat, dass eine Szene zu nichts führte, der hat wahrscheinlich vergessen, ein Dilemma für seine Figur in die entsprechende Szene einzubauen. Das heißt, wenn es in der Szene keine Krise gibt und die Figur sich nicht entscheidet, dann bleibt die Figur auf der Stelle stehen. Es geht nicht weiter. In Geschichten geht es in den Szenen immer erst weiter, wenn sich die Figur bei jeder Weggabelung für eine Richtung entschieden hat.

Tipp: Jede Wegkreuzung bringt nicht nur die Geschichte voran, sondern auch deine Hauptfigur in ihrer eigenen inneren Entwicklung.

Mit jeder Krise wächst die Figur an ihren Herausforderungen, an den Dilemmas und Konsequenzen, die sich aus jeder Entscheidung ergeben. Denn wenn man mit Konsequenzen klarkommen muss, hinterfragt man immer den Prozess, der dazu führte. Sprich, man überdenkt seine Entscheidungen und lernt daraus. Es ist gut, wenn sich deine Figuren nicht immer richtig entscheiden. Das macht sie umso menschlicher. Und je stärker eine Figur von Perfektion entfernt ist, umso höher ist das Potenzial im Verlauf der Geschichte zu wachsen, indem sie aus den eigenen Fehlern lernt.

 

Figuren treiben deine Handlung durch ihre aktiven Entscheidungen voran. Es geht immer um Aktion, Erfolg und Misserfolg, die aus der Frage der Krise hervortreten.

Wie in einem der letzten Beiträge erwähnt, sage ich es gern nochmal, weil es so verdammt wichtig ist: Geschichten handeln von Veränderung.

 

Wie erfahren Figuren Veränderung?

Figuren erfahren Veränderung, indem sie eine Entscheidung treffen müssen, wenn sie vor einer Wahl stehen.

Sie werden konfrontiert mit der Frage: Was gut für mich ist, ist nicht gleichzeitig gut für jemand Anderen, sowie welches Übel ist weniger schlecht für mich?

Geschichten helfen uns, um einen Leitfaden für unser eigenes Leben zu erhalten, wenn wir uns an bestimmten Abschnitten befinden, wo wir uns entscheiden müssen, welche Richtung wir einschlagen. Geschichten sind ein Referenzsystem aus Erfahrungen, die uns bei unseren eigenen Dilemmas weiterhelfen. Und all die kleinen Entscheidungen zusammen zeigen uns in Geschichten auf, wohin sie in ihrer Gesamtheit führen können (positives oder negatives Ende).

 

Die Antwort auf verschiedene Krisenmomente zu erfahren und wohin alles führt, ist der Treibstoff, der den Leser in einer Geschichte hält!

 

Warum die Krise entscheidet, wie gut der Höhepunkt der Geschichte beim Leser ankommt.

Storyanalyse - Die Krise des Höhepunkts der Story Entscheidet, wie gut die Geschichte beim Publikum ankommt. Egal, ob wie einen Film schauen oder ein Buch lesen, meist können wir genau den Moment identifizieren, wo die Geschichte ihren Höhepunkt hat.

Sei es, dass Frodo seine letzten Kräfte aktiviert und in den Schicksalsberg geht; sei es, wenn das Paar in einer Liebesgeschichte wieder zusammen findet, oder in einer Actiongeschichte der Böse letztlich doch noch besiegt wird.

 

Die schlimmste Kritik, die einer Geschichte widerfahren kann, ist, dass ihr Höhepunkt zu schwach war.

Der Höhepunkt ist der Moment, auf den der Leser/Zuschauer die ganze Zeit seit dem Anfang daraufhin gefiebert hat. Als Leser hat man all diese Seiten gelesen und seine Zeit für diesen einen Moment investiert. Diese Erwartungen setzen die Ansprüche an den Höhepunkt enorm hoch.

Wenn Frodo sich zum Ringträger erklärt, wollen wir den Moment sehen, wie er den Ring in die Feuer des Schicksalsberges wirft. Natürlich liegen sehr viele Ereignisse dazwischen, aber wir lesen weiter, nur um dieses Ende zu erfahren. Das Ende ist unvermeidbar, aber es muss auch überraschend sein (Rolle von Gollum). All die Komplikationen und Hindernisse müssen sich für Frodo so dramatisieren, dass sie auf die ultimative Krise hinleiten. 

In den Tributen von Panem lernen wir Katniss im Laufe der Geschichte immer besser kennen. Ihre Beziehung zu Peeta verstärkt unsere Anspannung, denn wir wissen, dass sie für den Sieg in den Hungerspielen auch Peeta besiegen muss.

Der Höhepunkt des ersten Teils der Tribute von Panem ist die Entscheidung, die Katniss in der Krise getroffen hat. Soll sie Peeta töten, um Siegerin der Hungerspiele zu sein; oder soll sie ihr eigenes Leben aufgeben?

Gleichzeitig haben all die Komplikationen davor zu einer zweiten, eher versteckten Krise geführt. Katniss kann mit Peeta ein Zeichen gegen die Hungerspiele setzen und den Spielen keinen Champion geben, was wiederum den Tod für sie und Peeta bedeuten würde. Diese Entscheidung der beiden macht den Präsidenten Snow so wütend, dass er die beiden rettet. Ohne diese eine Krise wäre der Höhepunkt der Geschichte kaum überraschend gewesen.

 

Hier noch einmal die wichtigsten Punkte zusammengefasst, wie du deine Leser mit Hilfe der Szenen deines Romans fesseln kannst:

  • Jede Einheit von Geschichten braucht eine Krise, um die Handlung und die Figuren voranzubringen.
  • Krisen sind notwendig, damit der Leser von den Dilemmas gefesselt wird, denen sich die Figuren stellen müssen.
  • Krisen sind wie eine Weggabelung. Es gibt immer nur eine Entscheidung = eine Richtung, in die man gehen kann.
  • Geschichten helfen uns in unserem eigenen Leben, weil wir sehen können, wohin Entscheidungen führen (positive oder negative Konsequenzen, und wie man sich diesen Konsequenzen stellen kann)
  • die Krise vom Anfang der Geschichte muss am Ende aufgelöst werden. Und das in einer Art, die den Leser überrascht.

 

Hat dir dieser Beitrag geholfen oder hast du noch Fragen?

Lass es mich in den Kommentaren wissen. Danke.



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Storyanalyse.de

Melanie Naumann hilft Autoren, ihren besten Roman zu schreiben.

Melanie Naumann schreibt Thriller, studierte Sprache und bildet sich seit 2015 als Lektorin fort. Aus der Liebe zum Lektorat entstand zuerst ein Schreibblog, Ende 2018 dann Storyanalyse.de, um Autoren Hilfestellungen zum Schreiben und Lektorieren ihrer Manuskripte zu geben.

Melanie orientiert sich an den Story Grid Erkenntnissen von Shawn Coyne, da sie die Art des Lektorats des US-amerikanischen Lektors als die hilfreichste Methode empfindet, um herauszufinden, ob Geschichten funktionieren.

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Dein Kommentar

Kommentare 2


CaraSchatz

04. Februar 2019

Hallo 😊 Ich habe gerade diesen Blog gelesen und bin sehr inspiriert! Seit fast zwei Jahren schreibe ich an einem Fantasy Roman und gerne freue ich mich über Inspirationen, z.B. wie ein Charakter oder Aufbau spannender wirken kann! Lg 😊

Melanie Naumann, Storyanalyse

04. Februar 2019

Hi CaraSchatz =),

vielen Dank für deine Nachricht. Es freut mich sehr, dass dich der Beitrag inspiriert hat und ich wünsche dir viel Erfolg beim Schreiben deines Fantasy-Romans. Bitte bedenke nur, dass Fantasy nur die Realität beschreibt, in der deine Geschichte spielt. Nicht aber, was auf dem Spiel steht. Es wäre also sinnvoll, herauszufinden, um was sich deine Geschichte primär dreht, um zu wissen, was die Leser von der Geschichte erwarten werden. Dreht sich die Story um Leben und Tod, dann ist es eine Actionstory. Um Liebe? Lovestory ;-) Mehr zu den möglichen Genres erfährst du in diesem Beitrag: Die 5 Fragen der Genre-Entscheidung. Wenn du bzgl. des Genres auf deinen Bauch hören willst, dann kann dir die Emotion helfen, die deine Leser spüren sollen: Finde dein Genre.

Wenn du dich jedoch weiter zur Krise belesen möchtest, sind diese Artikel zu empfehlen:

 

Wenn du weitere Fragen hast, schreib sie mir einfach. =)

Grüße Melanie

 

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