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Die Mathematik des Schreibens

80.000 Worte verpackt in 1500 Wort Szenen

Die Mathematik hinter dem Schreiben zu verstehen, hilft zu wissen, welche Szenen man schreiben muss, wie viele es sind und von was sie handeln müssen.

 

Die Mathematik des Schreibens - 80.000 Worte verpackt in 1500 Wort Szenen

06. Apr 2018 0

Inhaltsübersicht

Die Mathematik des Schreibens

Mathematische Fakten

Faustformel zur Länge von Anfang, Mitte, Ende

Die Länge von Szenen

Die restlichen 35 Szenen

 

Wenn ich dich frage: "Kannst du in 90 Tagen 80.000 Wörter schreiben?" wirst du wahrscheinlich sagen: »Nein, lass mal.«
Aber wenn ich sage: "Du kannst 1.500 Wörter in zwei Tagen schreiben." würdest du sicherlich zustimmen.

In meinem letzten Beitrag haben wir das Thema der drei Pflichtelemente von Geschichten besprochen. Es gibt einen Haken (Anfang), den Aufbau (Mittelteil) und die Auflösung (Ende) der Geschichte.

Was würdest du sagen, wenn ich dir verrate, dass wir diese drei Teile in weitere Szenen herunterbrechen können, sodass du weißt, welche Szenen du unbedingt zu schreiben hast?

Im Folgenden erhältst du einen kleinen Leitfaden, wie du entweder eine neue Geschichte schreiben oder dein vorhandenes Manuskript überprüfen kannst.

 

Die Mathematik des Schreibens

Am Anfang jedes Projekts sind wir mit unzähligen Problemen konfrontiert, aber zu wissen, wie wir eine 80.000 Wortsumme in kleine Häppchen herunterbrechen können, kann extrem hilfreich sein.
So vielversprechend, dass wir unseren inneren Widerstand verlieren und somit das Schreiben/Überarbeiten wie von allein funktionieren könnte.

 

Ein wenig Wissen über Mathematik hilft dabei.

Mathematik hilft dir deine Geschichte aufzubrechen.
Es ist einfacher, ein Stück Holz zuzusägen als das Gerüst für ein Haus zu bauen. Das heißt, du kannst dir leichter vorstellen, wie ein Stützbalken aussieht, als das gesamte Konstrukt des Gerüsts.

Die einzelnen Bestandteile sind leichter zu erfassen und zu verwalten.
Die kleinen Fähigkeiten, wie das Abmessen des Balkens, das Anzeichnen des Schnitts und das Zusägen sind die Grundfähigkeiten eines Handwerkers. Wenn dir die elementaren Fähigkeiten gelingen, wirst du in der Lage sein, das Gerüst eines Hauses aufstellen zu können.

 

Das gleiche gilt für das Schreiben und Lektorieren eines Romans.

 

Mathematische Fakten

Die durchschnittliche Länge eines Romans liegt bei ca. 80.000 - 100.000 Wörtern.
Das ist die Wortsumme, die Leser für nicht zu viel und nicht zu wenig erachten.

Deine Aufgabe als Autor ist es, einen Weg zu finden, diese Anzahl an Worten auf eine einzigartige und mitreißende Weise aufzubauen.

 

Die Haupteinheit beim Schreibens stellen Szenen dar.

Egal, wie viele Akte deine Geschichte besitzt, du brauchst einen Anfang, einen Mittelteil und ein Ende

Des Weiteren bestehen die oben genannten drei Pflichtelemente aus bestimmten Szenen, wie den auslösenden Ereignissen, den Komplikationen, Wendepunkten, den Krisen, Höhepunkten und Auflösungen – jeweils für Anfang, Mitte und Ende.

Führend wir den letzten Punkt ausführlich aus, benötigen wir folgende 15 Szenen für unsere Geschichte:

 

Anfang (Haken)

  • Auslösendes Ereignis des Anfangs der Geschichte
  • Szene bei der die Komplikationen in ihrer Intensität steigen
  • Szene mit einer Krise (Frage, was Figur tun soll)
  • Szene mit dem zugehörigen Höhepunkt zur Krise (Entscheidung/Antwort auf Frage)
  • Szene, die den Anfang der Geschichte auflöst

Mittelteil (Aufbau der Geschichte)

  • Auslösendes Ereignis des Mittelteils der Geschichte
  • Szene bei der die Komplikationen in ihrer Intensität steigen
  • Szene mit einer Krise (Frage, was Figur tun soll)
  • Szene mit dem zugehörigen Höhepunkt zur Krise (Entscheidung/Antwort auf Frage)
  • Szene, die den Hauptteil der Geschichte auflöst

Ende (Auflösung der Geschichte)

  • Auslösendes Ereignis des Endes der Geschichte
  • Szene bei der die Komplikationen in ihrer Intensität steigen
  • Szene mit einer Krise (Frage, was Figur tun soll)
  • Szene mit dem zugehörigen Höhepunkt zur Krise (Entscheidung/Antwort auf Frage)
  • Szene, die das Ende der Geschichte auflöst


Nun haben wir 15 Szenen und wir wissen, wir brauchen mindestens 80.000 Wörter für einen Roman.

Wie lang sollte jetzt also jede einzelne Szene sein?

Und wie lang sollte jeweils der Anfang, die Mitte und das Ende sein?

 

Gibt es eine Faustformel zur Länge der drei Pflichtbereiche?

Ja.
Für die klassische Struktur der Heldenreise und den Mini-Plot kann man sich an folgendem Verhältnis für den Aufbau der Geschichte orientieren:

Anfang (25%) – Mitte (50%) – Ende (25%).

Sicherlich existieren auch Geschichten, die nicht in dieses Schema passen.

Hier gilt wohl der bekannte Satz: Ausnahmen bestätigen die Regeln.

 

Schreiben wir einen 100.000 Wort Roman, dann heißt das für uns:

Der Anfang der Geschichte besitzt 25.000 Wörter. Der Hautteil 50.000 und das Ende noch einmal 25.000 Wörter.

25.000 (Anfang) + 50.000 (Mitte) + 25.000 (Ende) = Roman

 

Zusätzlich wissen wir, dass wir mindestens 15 Szenen benötigen:
5 am Anfang, 5 in der Mitte und 5 am Ende.

 

Die Länge von Szenen

Man hat herausgefunden, dass die typische Länge einer Szene zwischen 1.000 und 5.000 Wörtern liegt.

Generell gilt, dass man sich bei ca. 2.000 Wörtern einpendeln sollte.

 

Bedenke, dass jede Szene einen klaren Wertewandel besitzen muss, während der Protagonist mit einem Konflikt konfrontiert ist.

Ein Tipp: Weise deine Szenen als Kapitel aus.

Warum?
2.000 Wort-Szenen sind Leckerbissen, wie eine Tüte Chips. Wenn die Leser abends im Bett liegen und deinen spannenden Roman lesen, dann ist es viel einfacher für sie, sich einzureden: »Ach, nur noch ein Kapitel. Sind ja nur ein paar Seiten.«.

Letzten Endes wird er die gesamte Nacht lesen, Stück für Stück oder Chip für Chip ;-)

 

Solltest du allerdings 5 Szenen in ein Kapitel pressen und dem Leser 40 Seiten am Stück servieren, wird es ihm nicht schwer fallen, das Buch erst einmal auf Seite zu legen. Kein Leser mag es in der Mitte eines Kapitels mit Lesen aufzuhören, weil man mit einem kleinen Erfolgsgefühl zu Bett gehen mag. Deswegen wird er lieber vorher aufhören.

 

Gehen wir davon aus, dass deine Szenen/Kapitel in deinem Roman jeweils 2.000 Wörter haben.

100.000 (Roman) / 2.000 (einzelne Szene) = 50 Szenen / Kapitel

Von unseren anfänglichen Ausführungen wissen wir, dass 15 Szenen bereits verplant sind. Das heißt, wir brauchen noch 35 weitere.

50 (Szenen/Kapitel) – 15 (Szenen/Kapitel für Anfang, Mitte, Ende) = 35 Szenen/Kapitel

Auch, wenn das alles sehr analytisch und weniger kreativ klingt, die Mathematik hilft diesen großen und auch einschüchternden Brocken von 80.000 oder 100.000 Wörtern in machbare Teile zu gliedern.

 

Teilen wir nun die 35 Szenen auf, die noch vergeben werden müssen, könnte das mit 25% Anfang, 50% Hauptteil und 25% Ende wie folgt aussehen:

Anfang:

5 Pflichtszenen + 35*0,25 = 5 Pflichtszenen + 8 weitere = 13 Szenen

Mitte:

5 Pflichtszenen + 35*0,5 = 5 Pflichtszenen + 18 weitere = 23 Szenen

Ende:

5 Pflichtszenen + 35*0,25 = 5 Pflichtszenen + 8 weitere = 13 Szenen

 

Jetzt kannst du den Aufbau deines Romans wunderbar erkennen ohne, dass du nur ein einziges Wort schreiben musstest. Diese Teile kannst du nun angehen, jeweils eins am Tag.

Ich möchte jdeoch betonen, dass du auch nur 7 Anfangsszenen haben kannst, dafür 26 in der Mitte und 14 am Ende.

Es gibt keine Regel, die dir vorschreibst, wir viele Anfang-, Hauptteil und Ende brauchen. Die Angaben hier sind ein Leitfaden, der dir helfen soll, deinen ersten Entwurf zu schreiben.

Nachdem wir den ersten Entwurf geschrieben haben, können wir die Szenen analysieren und herausstellen, welche funktionieren und welche nicht.

Es ist besser seinen Kurs und die einzelnen Ziele zu kennen, als sich ins Abenteuer zu stürzen und nach drei Szenen aufzugeben.

 

Aber was passiert in den übrigen 35 Szenen?

Diese Szenen kannst du auch wunderbar herunterbrechen, solange du dich in deinem Genre auskennst. Das bedeutet, jedes Genre hat Konventionen und Pflichtszenen, die du in deiner Geschichte unterbringen musst, so dass du das Versprechen an deine Leser halten kannst = die Erwartungen erfüllst, die sie an deine Geschichte haben.

Beispiel:

Wenn du eine Liebesgeschichte schreibst, wirst du an einer Stelle die Szene schreiben, wo sich das Paar trennt. Frage dich dann, kommt diese Szene am Anfang, in der Mitte oder am Ende? Kann diese Szene der Höhepunkt meines Mittelteils sein? Oder vielleicht das auslösende Ereignis am Anfang? Oder gar die Auflösung meiner Geschichte?

Natürlich können die Pflichtszenen einen Teil der bereits etablierten 15 Szenen einnehmen.

Denk immer daran, dass du entgegen der Erwartung der Leser schreibst, was sie annehmen, was als nächstes passiert: Wenn deine Leser bereits die Hochzeitsglocken hören, dann schreibst du die Szene, wo sich das Paar trennt.

Weitere Szenen kannst du durch die Steigerung der Schwierigkeiten finden, die deinem Protagonisten begegnen. Hier ist zu beachten, dass du das Seil langsam aber stärker enger ziehst, und nicht auf eine Komplikation zurückfällst, die in ihrer Intensität plötzlich schwächer ist.

Du brauchst steigende Komplikationen, denn diese Szenen führen unausweichlich zu einer Krise und dem Höhepunkt – wo du den Leser überraschen kannst.

 

Wenn du mehr über den Punkt: "Die Erwartung des Lesers erfüllen" erfahren möchtest, kannst du unter diesem Link einen kostenlosen E-Mail Kurs erhalten.

 

Dieser Artikel basiert auf den Erkenntnissen von Shawn Coyne - dem Entwickler des Story Grids.



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Storyanalyse.de

Melanie Naumann hilft Autoren, ihren besten Roman zu schreiben.

Melanie Naumann schreibt Thriller, studierte Sprache und bildet sich seit 2015 als Lektorin fort. Aus der Liebe zum Lektorat entstand zuerst ein Schreibblog, Ende 2018 dann Storyanalyse.de, um Autoren Hilfestellungen zum Schreiben und Lektorieren ihrer Manuskripte zu geben.

Melanie orientiert sich an den Story Grid Erkenntnissen von Shawn Coyne, da sie die Art des Lektorats des US-amerikanischen Lektors als die hilfreichste Methode empfindet, um herauszufinden, ob Geschichten funktionieren.

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