Die 3-Akt-Struktur = Der Makroaufbau einer Geschichte


Eine Geschichte ist konzeptionell einfach aufgebaut und sollte aus einem Anfang (Haken), einem Mittelteil (Aufbau von Komplikationen) und einem Ende (Auflösung) bestehen.

zuletzt bearbeitet am 06. Jun 2021

veröffentlicht am 01. Apr 2018 von Melanie Naumann

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3-Akt-Struktur = Makroaufbau einer Geschichte (2021)

3-Akt-Struktur = Makroaufbau einer Geschichte (2021) - Die 3-Akt-Struktur = Der Makroaufbau einer Geschichte


Der Artikel ist Teil der Erkenntnisse des Story Grid.
© Story Grid, Shawn Coyne

 

Die 3-Akt-Struktur ist ein gängiger Begriff, wenn man einen Roman schreiben will. Man kennt den Grundgedanken dieser Erzählstruktur, aber weiß nicht so recht, wie man dieses Konzept am besten für das eigene Schreibprojekt einsetzen soll.

In diesem Artikel erfährst du, welche Aufgabe jeder der drei Akte hat und wie du sie gekonnt in deinem Roman einsetzen kannst. Am Ende wirst du genau wissen, was von deiner Geschichte in Akt 1, Akt 2 und Akt 3 gehört, sodass du nicht nur den roten Faden deiner Geschichte findest, sondern auch ein stabiles Gerüst für deine Rahmenhandlung aufbaust.

 

Inhalt:

  1. Jede Geschichte besteht aus drei Teilen: Anfang, Mitte und Ende.
  2. Die Hauptfunktion von Anfang, Mitte und Ende
    1. Akt 1 - Der Anfang / der Haken
    2. Akt 2 - Die Mitte / der Aufbau
    3. Akt 3 - Das Ende / die Auflösung
  3. Das Handlungsgerüst innerhalb der drei Akte
  4. So baust du dir das Handlungsgerüst deiner Geschichte auf.
  5. Die Verbindung zwischen Anfang und Ende

 

1. Jede Geschichte besteht aus drei Teilen: Anfang, Mitte und Ende.

Der weiße Hase setzte seine Brille auf. “Wo soll ich anfangen, Eure Majestät?”.

“Beginne am Anfang”, sagte der König bedeutungsvoll. “Und mach weiter, bis du zum Ende kommst. Dann hör auf.”

(Alice im Wunderland)

Der Rat des Königs ist klug. Das erste Prinzip des Geschichtenerzählens ist, dass eine Geschichte einen Anfang, eine Mitte und ein Ende haben soll. 

Diese drei Teile - Anfang, Mitte und Ende einer Geschichte - beziehen sich auf die Drei-Akt-Struktur.

Beachte, dass diese Idee von drei Akten verwirrend sein kann. Sofort wird die Zahl 3 ins Visier genommen und über Theaterstücke, Filme und Romane diskutiert, die nur einen Akt oder gar fünf haben. Und ja, eine Geschichte kann mehr als drei Akte haben, aber egal wie man es dreht und wendet, jede Geschichte - ohne Ausnahme - hat einen Anfang, einen Mittelteil und ein Ende. Das sind die drei Akte, von denen Shawn Coyne im Story Grid spricht. Bei Geschichten mit mehr als drei Akten ist es typischerweise so, dass der Autor die Mitte in kleinere, überschaubare Stücke herunterbricht.

 

'Anfang, Mitte, Ende' klingt nach einem einfachen Konzept.

Es ist ja irgendwie auch offensichtlich. Aber genau deshalb neigen wir dazu, dieses Grundprinzip des Erzählens schnell zu übergehen. Aber was du beachten musst, ist folgendes:

Es geht nicht nur darum, dass jede Geschichte einen Anfang, eine Mitte und ein Ende hat. Es geht darum, dass jeder dieser Teile einer Geschichte eine Funktion hat und wenn deine Akte nicht richtig aufgebaut sind, dann funktioniert deine Geschichte auch nicht.

 

Beispiel:

Am Anfang beginnt die Geschichte. Der Erzähler hat uns am Haken, sobald wir nur hören:

Es war einmal eine Mutter, die hatte drei ungezogene Söhne. Eines Tages kam ein Gutsherr und nahm ihr den ersten Sohn …

Darauf folgt der mittlere Teil der Geschichte, wo die Einsätze (von dem, was auf dem Spiel steht) höher werden:

Der Gutsherr lässt den Sohn hart für ihn arbeiten, aber der Junge wird krank und stirbt. Der Gutsherr nimmt der Mutter den zweiten und dritten Sohn, die er alle sein Land pflügen lässt. Die zwei Burschen hecken einen Plan aus, wie sie den Gutsherren überlisten können.

Das Ende sollte als Auflösung der Geschichte sowohl überraschend als auch unausweichlich sein:

Nachdem die beiden Jungen den Gutsherren austricksten und er all seines Geldes beraubt ist, gesteht er ihnen, dass er ihr Vater ist. All die Zeit bestellten sie das Land, dessen Ernte die Familie über den Winter bringen würde. Die Söhne, plötzlich einen Vater reicher, sind nicht mehr ungezogen und helfen ihrer Familie mit vollen Einsatz.

 

2. Die Hauptfunktion von Anfang, Mitte und Ende

Einen 80.000 Wort Roman in diese drei Bereiche herunterzubrechen, sollte ein jeder Autor für seine Geschichte berücksichtigen. Immerhin sind Geschichten konzeptionell einfach aufgebaut.

1. Akt - Der Haken

Es ist von großem Nutzen, wenn man sich bewusst macht, dass der Anfang einer Geschichte darauf abzielt, das Interesse des Lesers zu packen. Man muss ihn neugierig machen und so stark in die Geschichte involvieren, dass er das Buch nicht mehr weglegen will, bevor er nicht weiß, wie die Geschichte endet.

Um den Leser am Haken zu packen und ihn mit dem Anfang der Story zu fesseln, muss man ihm verdeutlichen, welche Art von Geschichte ihm erzählt wird. 

Daher lässt der Aufhänger am Anfang den Leser wissen, welche Art von Geschichte er in den verbleibenden 75% des Romans erleben wird. Einen Leser zu fesseln bedeutet, ihn emotional in die Geschichte einzubeziehen, die folgen wird. Er muss sich für die Hauptfigur und das Abenteuer, auf das er sich einlässt, interessieren. Und er muss neugierig darauf sein, ob die Hauptfigur bekommt, was sie will oder braucht. 

Der Anfang einer Geschichte sollte daher:

  • das Genre und den Kernwert des ausgewählten Genres etablieren
  • die Erzählperspektive und die erzählerischen Mittel festlegen
  • die meisten Figuren, die Hauptfigur und ihre Welt einzuführen
  • Empathie für die Hauptfigur aufbauen
  • Eine wichtige Frage im Kopf des Lesers platzieren, um den Erzählfluss zu fördern.
  • dem Protagonisten ein erstes Ziel geben
  • das Hauptziel des Protagonisten aufstellen, wenn es nicht das erste ist
  • wenn der Protagonist zögert, dieses Ziel zu verfolgen, gib ihm einen stärkeren Anreiz - zwinge ihn, wenn nötig
  • die Kraft des Antagonismus aufbauen

 

Beachte, dass meistens, wenn auch nicht immer, die Hauptfigur die erste Figur ist, die der Leser kennenlernt. Wenn er nicht die absolut erste ist, muss er unter den ersten sein. Dafür gibt es einen logischen Grund: Wenn man Zeit damit verbringt, Figuren einzuführen, die nicht von zentraler Bedeutung für die Geschichte sind, stiftet das Verwirrung in den Köpfen der Leser. 

Tipp: Gemäß der Heldenreise spielt sich der Anfang in der gewohnten Welt des Protagonisten ab. Das Leben mag nicht perfekt sein, aber zumindest weiß der Protagonist, wie seine bekannte Welt tickt. Er weiß, was er tun muss, was er nicht tun darf und wer wer ist.

 

2. Akt - Der Aufbau

Im Mittelteil der Story geht es vor allem darum, den Einsatz zu erhöhen und die Situation für deine Hauptfigur immer verzwickter zu machen. Man baut den Konflikt und die Spannung weiter auf, bis deine Figur ihren Tiefpunkt erreicht.

Dazu nutzt man steigende Komplikationen, die so viel Druck und Stress auf die Figuren ausüben, dass sie zu riskanten Aktionen gezwungen werden, um in ihre »Normalität« zurückkehren zu können.

Erfahre in diesem Beitrag, wie du die Situation für deinen Protagonisten verschlimmern kannst: Steigende Komplikationen in deinem Roman (Leitfaden)

Der Mittelteil der Geschichte sollte:

  • die restlichen Figuren der Geschichte vorstellen
  • die Situation für den Protagonisten erschweren
  • mögliche Nebenhandlungen einführen (Pass auf, dass du dabei den roten Faden nicht verlierst)
  • dem Protagonisten neue Ziele geben (einige im Einklang mit dem Hauptziel, andere im Konflikt mit diesem, einschließlich interner Konflikte)
  • die Figuren in ungewohnte Situationen bringen
  • ihre Entschlossenheit und ihre Fähigkeiten testen
  • die Macht und die Ziele der antagonistischen Kraft enthüllen
  • den Protagonisten weiter von seinem primären Ziel abbringen

 

Beachte: Die Mitte sollte nicht einfach nur "Zeug sein, durch das man durch muss, um zum Ende zu kommen" - nicht, wenn du deine Leser halten willst. Sie muss das Interesse des Lesers mit jeder neuen Komplikation aufbauen. 

Tipp: Laut der Heldenreise ist der gesamte Mittelteil die außergewöhnliche Welt und es ist das Territorium des Schurken. Er hat die Oberhand, weil er genau weiß, wie die Dinge funktionieren. Hier ist der Held wie ein Fisch auf dem Trockenen. Er weiß nicht wirklich, wie es an diesem Ort abläuft, oder wer wer ist. Er hat nur die Fähigkeiten, das Wissen und die Überzeugungen, die er aus der ihm bekannten Welt mitgebracht hat, und versucht sich irgendwie zurechtzufinden.

Der Mittelteil kann noch einmal geteilt werden, also in Mitte 1 und Mitte 2.

Mitte 1 ist die Ruhe vor dem Sturm für den Protagonisten.

Mitte 2 ist der Sturm. Es ist die chaotische Phase. Der Protagonist hat keine Ahnung, was vor sich geht. Und er hat keine Strategie, um mit dem fertig zu werden, was die Welt ihm entgegenwirft. Und wenn sich der Protagonist im Chaos befindet, sind auch alle anderen in der Geschichte davon betroffen. 

Der zweite Mittelteil beginnt mit einem Ereignis, das sowohl für den Helden als auch für seinen Gegenspieler zufällig und unerwartet ist. Und beide reagieren auf eine Art und Weise, die sich gegenseitig ausgleichen. Der Wendepunkt führt zu dem Alles-Ist-Verloren-Moment des Protagonisten. Die Krise ist gleichzeitig die globale Krise der gesamten Geschichte. Typischerweise sehen wir in der Auflösung von Mitte 2, wie sich der Protagonist auf den Kampf gegen den Antagonisten vorbereitet.

 

3. Akt - Die Auflösung

Das Ende gleicht der Auflösung der Geschichte, d.h. im dritten Akt löst du all das auf, was du vorbereitet hast. Entweder bekommt die Hauptfigur, was sie will und braucht, oder sie bekommt es nicht. Hier wird das Versprechen, mit dem der Leser am Anfang gelockt wurde, zu seiner Zufriedenheit eingehalten – und das auf eine unerwartete und einzigartige Art und Weise, Das Ende muss sowohl überraschend als auch unausweichlich sein.

Das Ende der Geschichte sollte:

  • alle Nebenhandlungen zusammenführen
  • den Fokus der Geschichte wieder auf das Hauptziel des Protagonisten und ein internes, widersprüchliches Ziel legen
  • zeigen, wie der Protagonist eines der beiden Ziele erreicht oder nicht erreicht
  • die Konsequenzen verdeutlichen

 

Tipp: Gemäß der Heldenreise zeigt das Ende die neue, nun bekannte Welt des Protagonisten. Stell dir hier einfach Harry Potter vor. Im ersten Buch lernte er die ihm fremde magische Welt kennen. Am Ende des Buches war die Zauberschule Hogwarts zu seiner Heimat geworden.

Das Ende sollte den Leser dafür belohnen, dass er seine Zeit und seine Gefühle in deine Geschichte investiert hat. Erfülle dafür das Versprechen, dass du ihm mit dem Anfang deiner Geschichte gegeben hast.

 

3. Das Handlungsgerüst innerhalb der drei Akte

Die oben genannte Hauptfunktion ist die Makroebene von Anfang, Mitte und Ende.

Aber es gibt auch eine Mikroansicht, denn durch diese drei Akte läuft das 'Rückgrat' der Geschichte.

Es ist wichtig, ein starkes Rückgrat/Handlungsgerüst zu schaffen, denn ohne es, fällt deine Geschichte auseinander und deine Leser verlieren das Interesse.

Beachte, dass die meisten Menschen ein Buch im Jahr lesen. Du kannst dir bei dem Aufbau deiner Geschichte daher keine Fehler erlauben.

 

3.1 Was macht das Rückgrat der Geschichte so wichtig?

  • es hilft dir, den roten Faden zu behalten
  • es stellt sicher, dass du dein Genre nicht aus den Augen verlierst
  • es stellt sicher, dass ein Kernwert einer Geschichte auf dem Spiel steht
  • es verstärkt die Objekte der Begierde (was will und was braucht die Figur)
  • es bringt den Leser dazu, sich emotional auf die Hauptfigur und ihre Geschichte einzulassen
  • und es steigert die Spannung der Geschichte

 

3.2 Der Aufbau des Handlungsgerüsts für die drei Akte

Das Rückgrat der Geschichte besteht aus den 15 Kernszenen, d.h. das sind die 5 Gebote des Geschichtenschreibens für jeden der drei Akte.

Die 15 Kernszenen sind:

Anfang:

  1. Auslösendes Ereignis der globalen Geschichte
  2. Wendepunkt
  3. Krise
  4. Höhepunkt
  5. Auflösung

 

Mitte:

  1. Auslösendes Ereignis
  2. Wendepunkt
  3. Krise
  4. Höhepunkt
  5. Auflösung

 

Ende:

  1. Auslösendes Ereignis
  2. Wendepunkt
  3. Krise
  4. Höhepunkt
  5. Auflösung

 

Erfahre in diesem Artikel mehr zu den 5 Geboten des Schreibens: 5 Elemente, die Geschichten brauchen

 

4. So baust du dir das Handlungsgerüst deiner Geschichte auf.

Als Autoren müssen wir in der Lage sein, die Theorie von Anfang, Mitte und Ende zu verstehen und sie auch auf unseren Roman anzuwenden.

Wie geht das? Dafür schauen wir uns die Einheiten der Geschichte an.

Von der größten zur kleinsten Einheit haben wir ...

  1. die globale Geschichte
  2. die Akte
  3. die Sequenzen
  4. die Szenen
  5. die Beats/Taktschläge (eher für Schauspieler relevant)

 

Die wichtigsten Einheiten, um unsere 3-Akt-Struktur aufzubauen, sind die globale Geschichte, der Akt und die Szene.

 

1. Die globale Geschichte in einem Satz

Beginne damit, dass du deine gesamte Geschichte in einem Satz beschreibst.

Achte darauf, dass es ein kurzer Satz ist und keiner, der sich auf eine ganze Seite hinzieht.

Beispiel: Der König der Löwen

Der Thronfolger Simba stellt sich seiner Vergangenheit und nimmt seinen Platz im Ewigen Kreis ein.

Beispiel: Die Unendliche Geschichte

Der junge Bastian erkennt, dass er niemand anders sein muss, um bedeutend zu sein.

 

2. Die drei Akte in einem Satz

Dann beschreibe jeden der drei Akte in einem Satz. Auch hier sollte es ein kurzer Satz sein.

Beispiel: Der König der Löwen

Anfang: Simba verliert seinen Vater und rennt davon.

Mitte: Simba stellt sich seiner Vergangenheit und kehrt ins geweihte Land zurück.

Ende: Simba nimmt seinen Platz im Ewigen Kreis des Lebens ein.

Beispiel: Die Unendliche Geschichte

Anfang: Bastian taucht in die Welt von Phantásien ein.

Mitte: Bastian nutzt seine Wünsche für egoistische Zwecke und startet einen Krieg.

Ende: Bastian erkennt seine Fehler und kehrt nach Hause zurück.

 

3. Die drei Akte und die 5 Gebote

Zum Schluss teilst du jeden der drei Akte gemäß den 5 Geboten des Geschichtenerzählens auf.

Mit anderen Worten, was sind die fünf Schlüsselszenen in jedem Akt?

Beispiel: Der König der Löwen

Anfang: Wenn sich ein Löwenjunges für den Verlust eines Familienmitgliedes verantwortlich fühlt, muss es sich entscheiden, ob es weglaufen soll oder vom Rest des Rudels als Mörder angesehen werden will. Das Löwenjunge Simba entscheidet sich, davon zu laufen, und wird von dem Warzenschwein Pumba und dem Erdmännchen Timon aufgenommen.

Mitte: Nachdem das Löwenjunge zu einem Löwen herangewachsen ist und seine alte Freundin Nala wiedertrifft, die ihm berichtet, dass das geweihte Land unter der Herrschaft Skas leidet, muss sich Simba entscheiden, ob er sich seiner Vergangenheit stellen soll oder das geweihte Land im Stich lässt? Simba will für das geweihte Land kämpfen und macht sich auf den Weg in seine Heimat, wo er erkennt, zu welchem Ödland diese einst prächtige Landschaft verkommen ist.

Ende: Wenn Scar Simbas Mutter schlägt und Simba und das Löwenrudel den Kampf gegen Scar und seine Hyänen gewinnt, muss sich Simba entscheiden, ob er Scar töten soll und wirklich zum Mörder wird oder ob er Scar ziehen lässt. Simba rät Scar davonzulaufen, aber Scar greift Simba ein letztes Mal an und stürzt in den Tod.

Beispiel: Die Unendliche Geschichte

Anfang: Als ein dicker kleiner Junge namens Bastian, der nicht glaubt, dass er jemanden irgendetwas bedeutet, herausfindet, dass er der Einzige ist, der die Welt von Phantásien retten kann, muss er sich entscheiden, ob er der Welt von Phantásien helfen will oder sie für immer verschwinden lässt. Bastian glaubt nicht, dass Heldenpotenzial besitzt, aber als er sich in einer Dauerschleife seiner eigenen Geschichte wiederfindet, ruft er den neuen Namen der Kindlichen Kaiserin.

Mitte: Bastian kommt nach Phantásien, wo er die Kraft eines Amuletts nutzt, um die schönste, stärkste, mutigste, weiseste und beliebteste Person in Phantásien zu werden. Als sein Freund Atreyu ihn jedoch vor der Gefahr warnt, weitere Wünsche zu äußern, muss sich Bastian entscheiden, ob er auf seinen Freund hören möchte oder ob er die Person bleibt, die er geworden ist, und Atreyu als Freund verliert. Bastian verbannt Atreyu und verursacht einen großen Krieg.

Ende: Wenn Bastian erkennt, dass er für immer in einer verrückten Stadt in Phantásien festsitzen wird, wenn er die Person bleibt, zu der er geworden ist, muss er sich entscheiden, ob er seine letzten Wünsche nutzt, um zu versuchen, in seine Welt zurückzukehren oder ob er versucht in Phantásien zu bleiben und dabei riskiert, in der verrückten Stadt zu landen. Bastian kehrt als geliebter Sohn nach Hause zurück und findet im Buchhändler einen neuen Freund.

 

5. Die Verbindung zwischen Anfang und Ende

"Die Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich." Mark Twain

Das trifft auf einen Roman genauso zu wie auf das Leben.

In Geschichten bedeutet es, dass sich ein Ereignis vom Anfang am Ende wiederspiegelt. Es ist wie ein Echo von etwas, das im ersten Akt passiert ist, und das im letzten Akt wieder auftritt.

Beachte, dass wir manchmal in einem Roman oder einem Film eine Szene finden, die sich buchstäblich wiederholt. Aber das ist nicht die Regel. Um eine sich wiederholende Szene richtig hinzubekommen, muss der Autor sein Handwerk meisterhaft beherrschen, denn es kann sehr schnell schiefgehen!

In unserer Beispielgeschichte (sh. oben, Mutter und 3 Söhne) bildeten die drei Söhne und die Frage, warum sie ungezogen sind, den Haken, der den Leser packte.

Der Auftritt des Gutsherrn ist das auslösende Ereignis, das zu einer Krise führte - entweder der Junge arbeitet für den Mann oder er ist ungehorsam und riskiert, dass seine jüngeren Brüder auch seiner Mutter genommen werden. So musste er die ›beste schlechteste‹ Wahl treffen.

Der Haken des Anfangs kann als ein Mechanismus betrachtet werden, der die Geschichte beginnt, bis der erste Wendepunkt eintritt und die Konflikte heranwachsen. Dieser Wendepunkt verursacht einen Wandel in der Geschichte - eine Richtungsänderung - und leitet in den Mittelteil der Geschichte über.

Der Hauptteil / die Mitte befasst sich mit den Jungen, dem Verlust des ersten Sohnes sowie dem neuen Leben der jüngeren beide Söhne, die das Bauernhandwerk erlernen, aber gleichzeitig ihren Plan schmieden, wie sie den Gutsherren betrügen können.

Die Auflösung der Geschichte ist die Erkenntnis, dass der Gutsherr ihr Vater ist und sie all die Zeit für das Überleben der Familie gearbeitet hatten.
Die beiden Söhne, die das Gute in dem Mann erkennen, sind nun in der Lage ihre Fähigkeiten für ihn weiter einzusetzen.

Das Ende gibt die Antwort auf den Anfang:

Warum waren die Jungs ungezogen? Sie hatten keinen Vater und passten daher nicht in die damalige Gesellschaft. Deswegen war es gut, dass sie den Vater zuerst als Gutsherren kennenlernten, weil so das Band zu ihrer bestehenden Familie gestärkt wurde. Sie hätten sich auch gegen die Arbeit entscheiden können, aber so hätte die Familie den Winter nicht überstehen können oder hätte das Land verkaufen müssen, dass sie versorgen konnte.

Mit der Wiederkehr des Vaters ist ihre Welt wieder geordnet.

Arbeite den Haken, den Aufbau und in die Auflösung der Geschichte gut aus, denn umso besser wird deine Geschichte werden.

 

Welcher Tipp hilft dir am meisten? Oder hast du noch Fragen? Lass es mich in den Kommentaren wissen.



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Melanie Naumann ist die erste und einzige zertifizierte Story Grid Lektorin im deutschsprachigen Raum. Sie liebt es, Autoren zu helfen, das Potenzial ihrer Geschichten zu entdecken und mit ihnen eine authentische und fesselne Romanhandlung in jeder Art von Setting zu entwickeln.

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