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Steigende Komplikationen in deiner Story

Die Hindernisse für den Protagonisten

Was sind steigende Komplikationen? Wie und wann setzt man sie ein und warum braucht eine Geschichte dieses Element, um funktionieren zu können?

 

Steigende Komplikationen in deiner Story - Die Hindernisse für den Protagonisten

10. Aug 2018 0

Inhaltsübersicht

Definition

Warum »steigende« Komplikationen?

Das auslösende Ereignis der Geschichte und der Beginn der steigenden Komplikationen

Die zwei Arten von steigenden Komplikationen

 

In den beiden vorigen Kapiteln sind wir auf das auslösende Ereignis der Geschichte eingegangen und haben herausgefunden, dass in jeder Einheit von Geschichten (Taktschlag, Szene, Sequenz, Akt, globale Geschichte) immer ein auslösendes Ereignis existieren muss.

Das auslösende Ereignis Teil 1

Das auslösende Ereignis Teil 2

 

Definition

Nachdem das auslösende Ereignis der globalen Geschichte das Leben des Protagonisten aus der Bahn geworfen hat, entwickelt sich in ihm/ihr das Verlangen, wieder ein harmonisches Gleichgewicht zu finden.

Die steigenden Komplikationen sind die Hindernisse, die dem Protagonisten auf seinem Weg zu seinem Ziel begegnen. Jede Entscheidung/Aktion der Hauptfigur sollte von anderen Figuren, der Umwelt oder den Umständen vereitelt werden.

 

Warum »steigende« Komplikationen?

Steigende Komplikationen bringen Suspense/Spannung in die Reise deines Protagonisten.

Wie unzufrieden würde ein Leser sein, wenn er seine Zeit in einen Protagonisten investieren müsste, dessen Leben nicht von immer schwerwiegenderen Komplikationen herausgefordert wird? Es sind diese Herausforderungen, die der Protagonist überwinden muss, was den Leser zum Mitfiebern bringt. Immer wieder will sich der Leser die Frage stellen: "Oh je, wie soll er/sie aus der heiklen Situation wieder rauskommen, um doch noch sein/ihr Ziel erreichen zu können?"

 

Der Protagonist sollte mehrere, steigende Komplikationen in einer Szene, einer Sequenz, einem Akt und in der globalen Geschichte überstehen müssen.

Wir bezeichnen diese Komplikationen als »steigend«, weil die Hindernisse in ihrer Intensität zu nehmen.

Es wird immer schwieriger, die Hürden zu überwinden, und der Held scheint sich seinem Ziel immer weiter zu entfernen, als das er es je erreichen könnte.

 

Sollten die Hindernisse jedoch gleich bleiben oder gar abschwächen, verliert der Leser das Interesse.

Eine weitere Möglichkeit, den Leser schnell zu langweilen, wäre, wenn man dieselbe Komplikation wiederholt, ohne sie so zu verschärfen, ohne dass immer mehr für den Protagonisten auf dem Spiel steht.

 

Das auslösende Ereignis der Geschichte und der Beginn der steigenden Komplikationen.

Das auslösende Ereignis ist der Anfangspunkt der Reise, auf welcher der Protagonist sein unbewusstes oder bewusstes Objekt des Verlangens definieren kann. Doch dieses Objekt des Verlangens ist nicht der wichtigste Bestandteil der Geschichte, sondern es ist das Abenteuer, das Ziel zu erreichen, dass uns das auslösende Ereignis verspricht.

 

Im Herrn der Ringe will Frodo den Ring in das Feuer des Schicksalsberges werfen, um den bösen Herrscher Sauron zu vernichten. Die Zerstörung des Rings stellt Frodos bewusstes Objekt des Verlangens dar, aber es ist seine Reise, die jeder Leser/Zuschauer miterleben will.

Im König der Löwen möchte Simba König werden, doch mit dem Verlust seines Vaters verliert sich dieser Wunsch, bis das geweihte Land ihn braucht, um Ska und seine Hyänen zu vertreiben. Auch hier ist es Simbas Reise, die wir erleben möchten.

Im Film »Auf der Flucht« will Harrison Ford den einarmigen Mann finden, der seine Frau umbrachte.

In »Alien« will Sigourney Weaver das Monster töten.

In »Das Schweigen der Lämmer« will Clarice Starling Buffalo Bill finden. Doch auch hier und in jeder anderen Geschichte ist es die Reise, die den Leser/Zuschauer interessiert.

 

Die zwei Arten von steigenden Komplikationen.

Es existieren zwei Arten von steigenden Komplikationen, denen man besondere Aufmerksamkeit schenken sollte (egal, welche Einheit von Geschichten man betrachtet).

Wir sprechen von der letzten Komplikation vor dem Wendepunkt und dem Wendepunkt selbst.

Die Komplikation vor dem Wendepunkt

Betrachten wir die Komplikation vor dem Wendepunkt, befinden wir uns an dem Punkt, bevor sich die Szene in die entgegengesetzte Richtung entwickelt oder der Hauptwert des Genres zu dem jeweils anderen Extrem wandert (die gegensätzlichen Pole/Werte – Romance: Liebe vs. Hass, Krimi: Gerechtigkeit vs. Ungerechtigkeit; Action: Leben vs. Tod, etc. hier gibt es die Übersicht).

Dieser Punkt stellt die letzte Chance des Protagonisten dar, eine besondere Strategie umzusetzen, bevor er dazu gezwungen wird, eine Veränderung oder einen Misserfolg akzeptieren zu müssen.

Der Wendepunkt

Der Wendepunkt selbst katapultiert den Protagonisten in eine Krise, auf die er reagieren muss.

Sollte die betrachtete Einheit deiner Geschichte über keinen Wendepunkt verfügen, wird die Geschichte darunter leiden. Je größer die Einheit dabei ist (Sequenz, Akt, global), wird die Geschichte immer weniger funktionieren.

 

Egal, in welcher Lage sich dein Protagonist befindet, versuche sein Streben nach seinem bewussten/unbewussten Ziel immer stärker zu verschlimmern. Doch bedenke, dass bedeutet nicht, dass alles schief laufen muss. Lass ihm auch die kleinen oder großen Erfolge, denn nur mit diesen Gegensätzlichkeiten können die schlechten Ereignisse Gewicht bekommen.



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Storyanalyse.de

Melanie Naumann hilft Autoren, ihre Geschichten auf ein neues Level zu heben.

Melanie Naumann schreibt Thriller, studierte Sprache und bildet sich seit 2015 als Lektorin fort. Aus der Liebe zum Lektorat entstand zuerst ein Schreibblog, Ende 2018 dann Storyanalyse.de, um Autoren Hilfestellungen zum Schreiben und Lektorieren ihrer Manuskripte zu geben.

Melanie orientiert sich an den Story Grid Erkenntnissen von Shawn Coyne, da sie die Art des Lektorats des US-amerikanischen Lektors als die hilfreichste Methode empfindet, um herauszufinden, ob Geschichten funktionieren.

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