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Transport von Phillip P. Peterson

Analyse des Romans: Transport

Du willst deinen besten Roman schreiben? Dann lerne mit Hilfe der globalen Analyse von Geschichten, wie man die Erwartungen der Leser erfüllt.

 

Transport von Phillip P. Peterson - Analyse des Romans: Transport

05. Jul 2019 0

So geht's:

Egal, welche Art von Roman oder Film, ich werde immer die folgenden Fragen zu dem jeweiligen Beispiel beantworten:

 

Du kennst Transport von Phillip P. Peterson noch nicht?

Vermeide, dass ich dir die Geschichte mit der folgenden Analyse spoiler, bevor du sie nicht selbst gesehen oder gelesen hast. Zu Amazon



Analyse des Romans: Transport

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Hinweis:Die Einordnung des Genres erfolgt nach dem Story Grid. Mehr dazu in dem Beitrag: Buch & Genre.


1. Was ist das globale Genre?

Transport ist ein Fantasy – Science-Fiction Roman. Der Stil ist ein Drama und die Struktur orientiert sich an der Heldenreise. Das primäre Genre, welches den Inhalt beschreibt, ist Action-Abenteuer – Rebellion und das interne Genre ist Moral. Die Nebenhandlung ist eine Liebesgeschichte.

 

Wie kann ich feststellen, dass die Geschichte primär eine Actiongeschichte ist?

Hierfür muss man herausfinden, auf welcher Skala sich die Schlüsselszenen bewegen.

Da der Roman mit einem Insassen beginnt, der zum Tode verurteilt wurde, und dem eine Mission angeboten wird, wo er möglicherweise sterben wird, kann man klar erkennen, dass es sich um die Skala zwischen Leben und Tod dreht. Die Genres Action, Horror und Thriller bewegen sich auf dieser Skala, aber da in dieser Geschichte die Möglichkeit auf Verdammnis nur angedeutet wird, liegt uns mit dem Roman Transport eine Actiongeschichte vor. Vor allem auch, weil sich diese Geschichte ums blanke Überleben dreht.

 

2. Was sind die Pflichtszenen und Konventionen des globalen Genres?

Globales Genre: Action

  • Szene: Eine aufregende Attacke des Schurken.
    Der Autor hat hier die typische Attacke des Schurken neu aufgesetzt, indem er die Attacke als ein Angebot formulierte. Der Protagonist Harris sitzt in der Todeszelle und ihm wird ein Angebot für eine Mission unterbreitet, die genauso seinen sicheren Tod bedeuten könnte. (Kapitel 1)

  • Szene: Der Held weicht der Verantwortung aus, dass er handeln sollte.
    Russell Harris schließt sich nicht den Ausbruchsplänen seiner Kameraden an, welche die Flucht als einzige Möglichkeit des Überlebens ansehen, da 10 Missionen mit einer 50/50 Chance zu sterben, keine Aussicht auf die versprochene Begnadigung geben. (Kapitel 3)

  • Szene: Der Held wird dazu gezwungen, seine bekannte Welt zu verlassen, und reagiert darauf, in dem er ausschlägt.
    Auch hier finden wir eine ganz andere Form von Rebellion des Helden vor. Dadurch dass Harris als sehr reifer und vernünftiger Mensch gezeigt wird, der nicht gegen die ihm vorgeschriebenen Umstände rebelliert, benötigt er ein anderes ›Ventil‹. Dieses ›Ventil‹, um den inneren Druck abzulassen, dass er bald allein seine erste Mission antritt, findet er in Elise und der Liebe zu ihr. Er lässt sich demnach auf etwas ein, das scheinbar keine Zukunft hat. (Kapitel 14)

  • Szene: Der erste Plan gegen den Schurken misslingt.
    Russell erkennt, dass nicht nur die Intensität seiner Kopfschmerzen einen Zusammenhang mit der Todeswahrscheinlichkeit bei den Transporten haben, sondern auch, dass er mit dem Transporter sprechen kann. Er nutzt seine Meditation, um mit dem Gerät zu kommunizieren, und liefert alle Erkenntnisse an den Professor und an den General, in der Hoffnung, dass er auf diese Weise das Leben seiner verbliebenen Kameraden retten kann. (Kapitel 33)

  • Szene: Der Held findet heraus / versteht, was das MacGuffin des Schurken ist.
    Russell Harris erkennt, dass die Menschheit (vor allem der Professor) so naiv ist, indem er glaubt, dass die Menschen das Wurmloch beherrschen könnte, was zur Vernichtung der anderen Intelligenz des Universums geführt hat. Er weiß nun, dass der Professor ebenso die Maschine des Transporters nutzen würde, um ein riesiges, stabiles Wurmloch entstehen zu lassen, welches die gesamte Erde auslöschen könnte. (Kapitel 35)

  • Szene: Der Held fällt in den Alles-ist-Verloren Moment, als er erkennt, dass er seine Herangehensweise ändern muss, um überhaupt eine Form von Erfolg zu erzielen.
    Russell war bereit, dass er weiter an dem Projekt mit dem Transporter arbeiten würde, nachdem seine 10 Pflichtmissionen um waren. Doch als er erkennt, dass der Transporter eine Gefahr für das gesamte Leben auf der Erde darstellt und seine Vorgesetzten seine Bedenken nicht teilen, muss er aufhören, sich zu fügen, und gegen den Professor und den General ankämpfen. (Kapitel 35)

  • Szene: Das Hauptereignis ist der Held in der Gnade des Schurken. (Held nutzt seine innere Gabe, um den Schurken zu überlisten / zu bekämpfen.)
    Russell’s Fähigkeit ist es, dass er so gut meditieren kann, dass er den Transporter mit seinen Gedanken steuern kann. Daher kann er diesem befehlen, die Zielkoordinaten einzugeben und den Transport einzuleiten, ohne dass jemand an der Steuerkonsole stehen muss. (Kapitel 35)

  • Szene: Der Held wird für das Opfer belohnt, welches er aufgebracht hat.
    Russell hat sich dazu entschieden, den Transporter auf der Erde zu zerstören. Das bedeutet, dass eine Rückkehr nie mehr möglich ist. Doch immerhin konnte er auf dem Waldplaneten eine Familie mit Elise gründen. (Kapitel 36)

Transport - Analyse des Romans nach den 6 Fragen eines Story Grid Lektors 

  • Konvention: Die drei Rollen Held, Opfer und Bösewicht müssen klar definiert sein. Der Protagonist muss der Held sein.
    Die Antagonisten sind vor allem General Morrow und Professor Gilbert, die als Repräsentanten des Transporter-Projekts dem Leser vorgestellt werden.
    Der Held ist natürlich der Protagonist Harris und das Opfer sind die Kandidaten, vor allem Elise.

  • Konvention: Das Objekt des Verlangens des Helden ist es, den Schurken zu besiegen und das Opfer zu retten.
    Um Elise zu retten, muss Harris einen Weg finden, wie er die Leitung des Projekts so beeinflussen kann, dass die Kandidaten nur noch zu den Orten transportiert werden, wo sie nicht ums Leben kommen.

  • Konvention: Der Kräfteunterschied zwischen dem Helden und dem Bösewicht ist sehr groß. Der Bösewicht ist viel stärker als der Protagonist.
    Harris saß in einer Todeszelle. Er ist ein Sträfling und erhält durch das Projekt mit den Transporten eine winzige Chance auf Begnadigung. Er ist nur ein unbedeutendes Licht und es besteht keine Fluchtmöglichkeit, denn das Projekt ist streng geheim und stark gesichert.

  • Konvention: Anpreisung des Schurken
    Wie krank muss Morrow und Gilbert sein, dass sie Verurteilte in den Transporter schicken? Außerdem werden nach den ersten 10 Transporten die Sicherheitsmaßnahmen erhöht (Kapitel 22). Flucht ist nicht mehr möglich. Morrow ist korrupt (Kapitel 32). Und Gilbert ein Genie, wo der Wahnsinn mit einhergeht (Kapitel 35).

 

3. Was sind die Objekte des Verlangens?

Externes Objekt des Verlangens: Russell Harris will einen Weg finden, wie er und die anderen Kandidaten die 10 Missionen überleben können. Er will überleben. (Action)

Internes Objekt des Verlangens: Russell Harris braucht einen Weg, wie er den Mord, der ihn ins Gefängnis brachte, wiedergutmachen kann. (Moral – Wiedergutmachung / Erlösung)

 

4. Was ist das kontrollierende Thema?

Das Leben auf der Erde bleibt bestehen, wenn sich der Held für das Wohl der Menschheit opfert, indem es ihm gelingt, dem Antagonisten die Möglichkeit zu nehmen, wie dieser eine erwiesene planetenzerstörende Technik in seiner Selbstüberschätzung zu beherrschen versucht.

 

5. Was ist das erzählerische Mittel und die Erzählperspektive?

Russell Harris ist der Erzähler dieser Geschichte, der sich an die allgemeine Leserschaft richtet, um ihnen eine präskriptive Geschichte zu erzählen: Es liegt in der Verantwortung von uns allen, dass wir rechtzeitig erkennen, wann Genie in Wahnsinn übertritt, um die Menschheit und den Planeten vor dem Untergang zu schützen.
Der personale Erzähler befindet sich im Mittelpunkt der Geschichte, der die Ereignisse in der Vergangenheit schildert. Der Erzähler hat nur Zugang zu den Gedanken und Gefühlen von sich selbst, also Russell Harris.

In Transport finden wir zwei Formen der Fokalisierung vor. Zum einen finden wir die externe Fokalisierung, weil der Leser nicht all die Informationen hat, welche die Figur in der Geschichte besitzt. (Der Leser weiß zunächst nicht, warum Harris in der Todeszelle sitzt). Des Weiteren hat der Leser mit Harris den gleichen Kenntnisstand, denn der Leser weiß genauso wenig wie Harris, wohin ihn der Transporter bringt und mit welcher Überlebenschance (interne Fokalisierung).

Man könnte argumentieren, dass auch die Nullfokalisierung zum Einsatz kommt, indem der Leser eher als der Erzähler verstehen könnte, dass die Kopfschmerzen von Harris etwas mit dem Transporter zu tun haben.

Die erzählerische Distanz bleibt konstant auf Russel Harris gerichtet. Der Leser bleibt an seiner Seite die gesamte Geschichte lang und erhält durch den Einsatz von freier indirekter Rede einen Einblick in seine Gedankenwelt.

 

Anfang, Mitte und Ende jeweils in ein bis zwei Sätzen zusammengefasst.

Anfang: Wenn ein Todeszellenkandidat die Chance erhält, sein Leben zu retten, indem er an 10 Missionen mit unbekannten Ziel teilnehmen muss, die jedoch zu einem grauenvolleren Tod als der elektrische Stuhl führen können, muss er sich entscheiden, ob er die 10 Missionen riskieren will oder vorher einen Fluchtversuch unternimmt. Der Kandidat namens Russell Harris, nimmt an dem Projekt teil und findet heraus, wie gering die Überlebenschance wirklich ist.

Mitte: Der Protagonist erkennt durch mehrere Todesfälle, dass keiner der Teilnehmer die 10 Missionen überleben wird, wenn es ihm nicht gelingt, die Zielbestimmung und Funktionsweise des Transporters zu erlernen. Er steht vor der Entscheidung, seiner Intuition zu trauen, um seine Theorie mit den Kopfschmerzen zu beweisen, indem er den Einsatz eines anderen Teilnehmers übernimmt, oder er hofft weiter darauf, dass er der letzte Überlebende ist, der begnadigt wird, wobei er aber seine neue Liebe Elise verliert.

Ende: Der Protagonist gibt dem Forscher und General alle Informationen weiter, welche er durch den Transporter erhält, aber als er versteht, dass beide entweder durch Korruption oder Größenwahn nicht die Gefahren der außerirdischen Technik für den Planeten erkennen, steht er vor der Wahl, seine eigene Zukunft auf der Erde aufzugeben und den Transporter zu zerstören oder weiter auf eine Begnadigung zu hoffen, wobei jedoch die Erde von einem Wurmloch verschluckt werden könnte.

 

Anmerkungen:

Bei der Wahl des primären Genres schwankte ich zuerst zwischen Action-Abenteuer Umwelt und Action-Abenteuer Rebellion. Grund hierfür war, dass man natürlich den Transporter als Mittel ansehen könnte, welcher die Verurteilten in ein ungewisses Schicksal beförderte. Natürlich ist die Umwelt dann die antagonistische Kraft, da ein Teil der Kandidaten den unbekannten Umständen des Universums zum Opfer gefallen sind. Beispiele dieser Umstände sind Radioaktivität, Schwerkraft sowie Hitze und Kälte.

Meine Wahl fiel jedoch auf Action-Abenteuer Rebellion, da uns von Beginn der Geschichte bewusst ist, wer der Antagonist ist = die Behörde, welche die Funktionsweise des Transporters erlernen will, um diesen natürlich zu militärischen Zwecken einsetzen möchte, ohne zu wissen, welche Bedrohung eine ›Waffe‹ wie diese darstellt – nicht nur für den Gegner, sondern auch für die Welt.


Mach mit bei der nächsten Analyse.

Vielleicht möchtest du versuchen, die sechs Fragen selbst zu beantworten und sie anschließend mit meinen Antworten zu vergleichen.

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Melanie Naumann ist die erste deutsche zertifizierte Story Grid Lektorin. Sie liebt die Analyse von Geschichten – global betrachtet bis hin zu den Szenen und Beats – und hilft Autoren, eine authentische und charakterstarke Handlung in jeder Art von Setting zu entwickeln. Sie bietet sowohl die Diagnose eines Manuskripts an, als auch wöchentliche Coachinggespräche zwischen Autor und Lektor.

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