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Was kommt nach dem ersten Entwurf des Romans?

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Ein Buch lektorieren - der Anfang

Schreibst du literarisch oder kommerziell?

Wenn du deinen ersten Entwurf geschrieben hast, oder noch mitten drin steckst, wirst du dich sicherlich schon mit der Frage auseinandergesetzt haben: Soll ein Lektor mein Buch überarbeiten oder schaffe ich das selbst? Dieses Dilemma kenne ich. Blickt man auf die vollen Schreibtische von Literaturagenten und Verlagen und die hohe Rate der nie erhaltenen Rückmeldungen zu den eingesandten Manuskripten, dann gibt es für uns Neulinge nur eine Antwort: Wir müssen zum Lektor werden.

 

Ein Buch lektorieren - der Anfang - Schreibst du literarisch oder kommerziell?

02. Aug 2017 0

Inhaltsübersicht:

Was ist die Kluft, die das Büchergeschäft teilt?

Worin unterscheiden sich literarische und kommerzielle Werke?

Warum Romanzen so erfolgreich sind.

Einblicke in die Verlagswelt.

Literarisch und kommerziell.

 

 

Nur wo beginnt man ein Buch zu lektorieren?

In meinen Blogbeiträgen werde ich versuchen, den kritischen Prozess Schritt für Schritt aufzuschlüsseln, mit dem man seinen Entwurf unter die Lupe nehmen kann.

Egal an welcher Stelle des Buchprojekts man sich befindest, man sollte daran denken, dass der erste Entwurf nicht perfekt sein muss.

Lass diese Erkenntnis zu deiner Motivation werden, die dir hilft, deine Geschichte aufzuschreiben. Spätestens, wenn die erste Buchfassung steht, solltest du dich mit der Disziplin des Selbstlektorats beschäftigen. Sie schlüsselt dir auf, warum du eventuell beim Schreiben ins Stocken gekommen bist oder was an deiner Geschichte nicht funktioniert.

 

So lautet die erste Frage:

Was ist die Kluft, die das Büchergeschäft teilt?

Es gibt zwei Kategorien der Buchveröffentlichung, die wie Yin und Yang zueinander agieren. Sie sind wie Tag und Nacht, und zu wissen, zu welcher du gehören möchtest, ist der erste Schritt auf dem Weg zum Autor.

Du musst dich zwischen einem ›literarischen‹ und einen ›kommerziellen‹ Stil entscheiden. Klar, das klingt unsinnig, denn was literarisch ist, kann kommerziell sein und umgedreht. Doch diese beiden Kategorien definieren die Kultur der Buchveröffentlichung. Genau deswegen solltest du wissen, was sie unterscheidet und wo du dich selbst einordnen möchtest.

Literarische Bücher

Literarische Werke werden in Deutschland z.B. von dem Verlag ›Hoffmann und Campe‹ repräsentiert. Dazu gehören Autoren wie Doris Lessing, José Saramago, Irene Dische, Wolf Haas, Wolf Biermann oder Matthias Politycki. Internationale Autoren sind z.B. Cormac McCarthy, Robert Caro, Toni Morrison oder Jonathan Franzen. Master der Literatur Absolventen, die hier Fuß fassen wollen, sind vielleicht diejenigen, die den nächsten Nobelpreisträger finden oder den Anspruch an unsere Buchkultur durch Namen wie Goethe oder Schiller heben wollen.

Kommerzielle Bücher

Und dann gibt es da noch den großen Bereich der kommerziellen Kultur, wo Romane unter dem schönen Wort Belletristik funkeln, sowie die nicht fiktiven Werke von Selbsthelfern, Ratgebern, Starbiographien, etc. zu finden sind.

In dieser Kategorie darf man den Hobbit am Strand lesen, über den Da Vinci Code rätseln, ein Buch für Dummies lesen und im Wasser nach dem weißen Hai Ausschau halten. Und wenn dann der Biss zur Abendstunde gekommen ist, hört man die Spottdrossel.

Jeder, der sich in diesen Sätzen wiederfindet, interessiert sich nicht so sehr für die Perfektion von den Übergängen von Zeile zu Zeile, den tiefen universellen Wahrheiten, oder für postmoderne Meta-Fiktionspyrotechnik. Wir verlangen Geschichten, die uns fesseln und durch ihren Spannungsbogen nicht mehr loslassen.

Für das bessere Verständnis.
Wenn du ein Drehbuchautor bist, unterscheidet sich literarisch und kommerziell wie Independent und Studio.

 

Worin unterscheiden sich literarische und kommerzielle Werke noch?

Literarische und kommerzielle Werke unterscheiden sich vor allem im Schreibstil.

Wo ein literarisches Meisterwerk sich aus Sätzen zusammensetzt, die bis zu ihrer Perfektion verfeinert sind, kann es der Geschichte jedoch komplett an einem erzählerischen Antrieb fehlen. Dafür strahlen sie mit innovativen Metaphern, die jeden vergangenen Dichter erblassen lassen würden, und wo die Handwerkskunst des Satz zu Satz Übergangs ohne Makel umgesetzt ist.

Diese Bücher werden literarisch gelobt, doch sie funktionieren nicht als Geschichte. Sie können hohe Verkaufszahlen erzielen und zu Bestsellern werden, gleich dem Mysterium des ›Königs neuer Kleider‹ ... wenn jeder sagt, das Buch wäre genial, muss es das ja auch sein – selbst wenn ich es nicht schaffe, mehr als elf Seiten zu lesen.

Für diejenigen, die literarisch schreiben wollen, gerne. Für sie spiegelt sich der Erfolg im akademischen Grad des Werkes. Sie experimentieren mit Techniken, um die Aufmerksamkeit gleich gestrickter Individuen zu erlangen. Sie brechen absichtlich durch Grenzen, selbst wenn dies ihr Publikum schrumpft.
Um diesen Schritt gehen zu können, müssen sie trotzdem den Aufbau von Geschichten kennen, bevor sie ihn herausfordern können. So wie Beethoven die symphonische Struktur kannte, bevor er sie mit seiner neunten Symphonie mit Steroiden vollpumpte.

Im Gegensatz zu all dem Genannten können Sätze, die gerade mal zum Vokabular eines Neunjährigen gehören, ein unaufhörliches Leseerlebnis schaffen. Zwar wird der Leser am Ende über den Schreibstil nicht glücklich sein, aber er hat die Geschichte bis zum letzten Wort gelesen. Sie hat funktioniert.

 

Ein Zwischengedanke zu kommerziellen Werken, oder warum Romanzen so erfolgreich sind:

Dir ist es vielleicht schon auf Portalen wie Amazon aufgefallen: Überall findest du Liebesgeschichten. Gestaltete Buchcover, die mit ihrer sanftgeschwungenen Kursivschrift sofort das weibliche Geschlecht anvisieren.

Diese Bücher sitzen auf der Spitze der Pyramide des Kommerziellen, denn sie werden am meisten gekauft. Hier heißt es nicht, dass keine männlichen Autoren erlaubt sind, sondern nur, dass diese Bücher Themen, Charaktere und Handlungsstränge aufweisen, die den Frauen gefallen.

Liebesgeschichten verkaufen sich tausendfach und viel schneller als der schwere Stoff einer Kriegsgeschichte.

Es heißt sogar, dass Frauen den Großteil der Kaufkraft des Buchmarktes mit bis zu 70% ausmachen. Deshalb, wenn du hohe Verkaufszahlen anstrebst, lade Frauencharaktere in deine Geschichte ein. Das erzielst du am besten, wenn du eine Liebesgeschichte in deinen Handlungsbogen einbringst. Nicholas Sparks ist ein Paradebeispiel, der von seinen weiblichen Leser geschätzt wird.

Männlichen Autoren, die viele weibliche Leser besitzen, bringen auch starke weibliche Charaktere in ihre Geschichten ein. Stieg Larsson mit GIRL, oder auch James Patterson, John Grisham, Dan Brown.

 

Was für ein Buch sollte ich schreiben?

Talent und Wille sind ein guter Anfang, um die Kassen des Buchhandels klingeln zu lassen, doch leider nicht genug. Du musst dein Publikum kennen und deine Geschichte so verfasst haben, dass du den potenziellen Lesern einen Grund (den sogenannten Haken zum Anbeißen) gibst, dass sie lesen wollen, was du geschrieben hast.

Beantworte die Frage, wer dein Zielpublikum ist.

Ich weiß, das ist schwer. Wir sind nicht alle Marketingspezialisten, und doch sollte man wissen, für wen man schreibt.

Auch wenn du jetzt noch zu dir sagst, ich schreibe das Buch nur für mich. Sobald du mit dem Gedanken spielst, dein Buch zu veröffentlichen, ist diese Frage entscheidend, vor allem, wenn du dein Buch als Selfpublisher verlegen willst.

Für dein Exposé, das du an Literaturagenten oder Verlage sendest, brauchst du die Definition der Zielgruppe deiner Leserschaft genauso.

Also solltest du deine Antwort kennen, und auch wissen, ob du dich in dem literarischen Bereich wiederfinden magst, oder im kommerziellen.

 

Einblicke in die Verlagswelt,
Keiner kann Erfolg vorhersagen:

Kommerziell einzuordnende Verleger und Lektoren sind die Meister der empirischen Studien. Bewusst oder unbewusst, sie nutzen die Daten vergangener Erfolge, um den nächsten zu ermöglichen. Sie bedenken den Markt und das Genre und versuchen eine strategisch kluge Entscheidung zu treffen, ob sie einen bestimmten Roman verlegen oder nicht.

Doch was ein Jahr erfolgreich war, kann im nächsten ein Verkaufsflop sein.

Das beste Beispiel sind Liebesromane in der Vampirwelt. Auch wenn das sehr konkret ist, gilt es auch für Subgenres. Für eine Zeit werden Privatdetektivgeschichten zu Kassenschlagern, wohingegen ein Polizeikrimi ungefragter ist, und dann ist es schon wieder vollkommen andersherum.

 

Es gibt keine Möglichkeit mit Gewissheit die Entwicklung des Buchmarkts einzuschätzen.

Und selbst wenn man versucht, etwas herauszubringen, was vielleicht in den letzten Jahren weniger gelesen und dafür eventuell mehr Chancen hat, ist man immer noch nicht der einzige Verleger, der so denkt. Die Konkurrenz beeinflusst den Markt genauso, und beobachtet ihn. Wenn also Privatdetektivgeschichten mit einem Hund als Protagonisten gerade angesagt sind, wird jeder schnellstmöglich auf diese Welle aufspringen, solange sie noch nicht gestrandet ist.

Und so ist es auch zwischen Neulingen und Profis.

Alle wollen die Welle reiten, doch nur die Erfahrenen surfen an der Spitze, der Rest geht aufgrund der Masse unter. Oder, wenn wir es im Fachjargon ausdrücken wollen: Der Markt ist gesättigt. Kommst du in dieser Zeit mit deinem ultimativen Roman, der sogar besser geschrieben ist als all die anderen am Markt veröffentlichten Werke und der noch mehr Spannung verspricht, wird dein Verleger trotzdem Schwierigkeiten haben, dein Buch zu verkaufen.

Klug ist es dann, in diesem Subgenre eine andere Richtung einzuschlagen und die Leser abzuholen, die eben keinen Hund als Protagonisten wollen, sondern doch wieder die menschliche Form bevorzugen. Wenn du zudem einen Privatdetektivroman hast, der eine einzigartige Umgebung verspricht und einen ausgeklügelten Plot, wirst du es leichter haben, einen Vertrag abzuschließen.

Kommerzielle Verleger folgen den Trends des Marktes und versuchen, die aufkommenden Lücken mit den besten Büchern zu füllen, die ihnen zur Verfügung stehen. (Dies betrifft natürlich nicht alle Verleger / Editoren)

 

Zurück zu den beiden Kategorien: literarisch und kommerziell

Auch wenn man sie strikt trennen kann, beginnen sie doch ineinander überzugehen.

Verleger können heutzutage kaum noch nur literarische Werke vertreiben. Das Zielpublikum für diesen Buchstoff ist gesunken, aus Gründen, die vom Fernsehen über elektronische Bespaßung bis hin zum Thema Zeit und Stress führen.

Man will sich nicht mit schwer verdaubaren Konstrukten auseinandersetzen. Man will unterhalten werden. Natürlich wäre es für die Verleger gut, eine repräsentative Figur zu besitzen, die den literarischen Sektor bedient. Doch mal ehrlich, die Verkaufszahlen solcher Werke werden längst nicht so hoch sein, wie z.B. Markus Heitz mit seinem Durchbruchswerk ›Die Zwerge‹.

All das bedeutet nicht, dass es keinen Platz für literarische Werke am Markt gibt. Es deutet lediglich an, dass ein Verleger sich mehr auf die kommerziellen Werke konzentrieren muss. In Amerika hat Knopf die ›Stieg Larsson Trilogie‹ veröffentlicht und Millionen Bücher verkauft. Und Knopfs Tochter ›Vintage‹ veröffentlichte die ›Fifty Shades of Grey‹ Reihe. Verlage müssen heutzutage kommerzielle Bücher veröffentlichen, schon allein aus dem Grund, um die Rechnungen zu bezahlen, während sie nach ihrem nächsten Vorzeige Autor der literarischen Seite suchen.

 

Die Bedeutung des kommerziellen Buches

Es existiert eine hohe Nachfrage nach Romanen, die an die Spitze der kommerziellen Liste gesetzt werden können – Thriller und / oder Dramen, die viele Frauen lesen wollen.



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Storyanalyse.de

Melanie Naumann hilft Autoren, ihren besten Roman zu schreiben.

Melanie Naumann schreibt Thriller, studierte Sprache und bildet sich seit 2015 als Lektorin fort. Aus der Liebe zum Lektorat entstand zuerst ein Schreibblog, Ende 2018 dann Storyanalyse.de, um Autoren Hilfestellungen zum Schreiben und Lektorieren ihrer Manuskripte zu geben.

Melanie orientiert sich an den Story Grid Erkenntnissen von Shawn Coyne, da sie die Art des Lektorats des US-amerikanischen Lektors als die hilfreichste Methode empfindet, um herauszufinden, ob Geschichten funktionieren.

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