Analyse von Szenen

Freak City: Hexenkessel

zuletzt bearbeitet am 12. Mär 2019

veröffentlicht am 08. Mär 2019 von Melanie Naumann

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Szenenanalyse zu Hexenkessel von Martin Krist

Freak City: Hexenkessel - Szenenanalyse zu Hexenkessel von Martin Krist

Lerne mit Hilfe von Beispielen, wie man bessere Szenen schreibt. In diesem Artikel nutzen wir die Kurzgeschichte 'Hexenkessel' als Beispiel.


So geht's:

Egal, ob Song oder Szene, ich werde immer die folgenden Fragen zu dem jeweiligen Beispiel beantworten:

  • Für wen hat sich die Szene am stärksten gewandelt?
  • Wie hat sich die Szene vom Anfang zum Ende gewandelt?
  • Was ist das auslösende Ereignis der Szene?
  • Was ist eine steigende Komplikation in der Szene?
  • Was ist der Wendepunkt der Szene?
  • Was ist die Krise der Szene?
  • Was ist der Höhepunkt der Szene?
  • Was ist die Auflösung der Szene?

 

Freak City: Hexenkessel. Martin KristAnalyse der zweiten Szene aus der Kurzgeschichte: Hexenkessel

Aufgrund des Copyrights bitte ich dich, die erste Szene der Kurzgeschichte 'Freak City: Hexenkessel' über einen der folgenden Links zu lesen. 

Szenentitel: ZWEI.

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Google Play Books

 

Versuche dann,  die oberen Fragen selbst zu beantworten, bevor du meine Antworten liest. Je mehr du selbst trainierst, umso besser werden auch deine eigene Szenen.

P.S. Unterschiedliche Auffassungen können existieren.

 

Meine Antworten:

1. Für wen hat sich die Szene am stärksten gewandelt?

Wir lernen in dieser Szene die Perspektivfigur Patsy kennen. Wir beobachten also, wie sich die Szene für sie wandelt.

2. Wie hat sich die Szene vom Anfang zum Ende gewandelt?

Macht zu Machtlos.

Patsy hatte Erics Anrufe zunächst ignoriert und ihm dann noch genervte Antworten gegeben - fast wie ein Teenager, der unter Freunden einen Anruf seiner Eltern erhält. Am Ende der Szene hat sich das Machtverhältnis gewandelt, als Eric die Sorgerechtskarte spielt.

3. Was ist das auslösende Ereignis der Szene?

Patsy sitzt in ihrem Wagen und beobachtet ein Haus.

Für die Fragen 3-8 nutzen wir immer die Perspektivfigur, um die Antworten zu finden. Natürlich sollte sich auch für die Nebenfiguren in der Szene etwas ändern, aber wenn man verfolgen will, wie sich der Verlauf der Geschichte auf die Perspektivfigur auswirkt, sollte man auch diese Figur im Auge behalten.

4. Was ist eine steigende Komplikation in der Szene?

Der Anruf ihres Exmannes, der sie an ihre Pflichten erinnert.

Dazu kommt die Hitze im Wagen und Patsys Hunger.

5. Was ist der Wendepunkt der Szene?

Ihr Exmann Eric stellt Patsy vor ein Ultimatum. Entweder Patsy kommt ihren Verpflichtungen nach oder sie darf ihre Tochter nicht mehr sehen.

6. Was ist die Krise der Szene?

Soll Patsy die Beobachtung des Hauses abbrechen und sofort zu ihrer Tochter fahren. Immerhin hat sie es ihr versprochen.

Oder soll Patsy noch dem nachgehen, weswegen sie vor dem Haus wartet. Aber dafür in Kauf nehmen, dass ihre Tochter noch länger auf sie warten muss.

7. Was ist der Höhepunkt der Szene?

Patsy entscheidet sich dazu, mit ihrem neuen Freund im Wagen zu bleiben.

8. Was ist die Auflösung der Szene?

Patsy stellt ihren 'Job' vor ihre Tochter.

 

Anmerkung zur Kurzgeschichte Hexenkessel

Die Kurzgeschichte wird unter dem Genre: Thriller verkauft. Wenn wir diese zweite Szene isoliert betrachten (die erste Szene war ein Angriff auf die andere Perspektivfigur Pearl), könnte man an dieser Stelle annehmen, dass es sich einerseits um eine Liebesgeschichte (Ehe) dreht, wo es darum geht, ob die Eheleute ihre Differenzen klären können und wieder zusammen finden oder ob sie sich entgültig trennen. Auch das interne Genre Moral könnte in dieser Geschichte Form annehmen,wie z.B. durch die Subkategorie: Erlösung, wo ein schlechter Mensch nach Wiedergutmachung trachtet. Immerhin haben wir in dieser Szene sehr gut verstanden, dass sich die Perspektivfigur gegen das Wohl ihrer Tochter entschieden hat.

Mein erstes Bauchgefühl sagt mir, dass die Geschichte eher unter dem Genre Krimi mit der Subkategorie Cozy / Gemütich einzuordnen ist. Grund hierfür ist, dass wir einen Amateur-Ermittler haben, der den Fall um den Burglary-Killer aufnimmt. Pearl besitzt Expertise, wo es anderes fehlt, was es ihm ermöglicht, den Killer zu finden.

Ungewöhnlich ist, dasss wir eine Kurzgeschichte lesen und die Story aus der Sicht von zwei Reflektorfiguren erzählt bekommen. Dieser Wechsel (abwechselnd mit jeder Szene) erschwerte mir, dass ich Empathie mit den beiden Hauptfiguren aufbauen konnte.

In einem Thriller muss es der Antagonist für den Protagonisten persönlich werden lassen. Zwar wird Patsy von dem Killer gejagt, aber es wird zu keinem Punkt auf die Psyche des Killers eingegangen oder es kommt zu einer Darstellung, wie machtvoll er wirklich ist. Diese Szene fehlt für einen Thriller.

Die Szene, als sich der Held in der Gnade des Schurken befindet, hat eine innovative Idee des falschen Endes. Meine Probleme sind jedoch vor allem mit den zwei Reflektorfiguren. Einerseits nehme ich an, dass sich die Story hauptsächlich um den freien Ermittler Pearl dreht, weil er auch für die Freak City Reihe beworben wird. Wenn er also der Protagonist ist, dann müsste es der Antagonist für ihn persönlich werden lassen. Aber das ist (noch) nicht der Fall. Was aber bestimmt über die Freak City Reihe noch ausgebaut wird. 

Zudem benötigt ein Thriller das interne Genre Weltanschauung als Unterstützung, weil sich in einem Thriller der Protagonist innerlich entwickeln muss. Entweder kommt er zu einer Einsicht (Ignoranz zu Wissen), es geschieht eine Veränderung von einem sinnlosen Leben zu Bedeutung, eine Veränderung von Naivität zu Weltlichkeit oder von Glaube zu Ernüchterung. Dieser erste Teil der Reihe kann auch nur dem Zweck dienen, um die Figur Pearl zu etablieren. Seine Entwicklung kann sich demnach über die verschiedenen Bände erstrecken.

Leider kann ich für Pearl noch nicht feststellen, dass er sich irgenwie entwickelt hat. Er ist eher der Fremde, der in die Stadt kommt, die Stadt vor dem Bösewicht rettet und dann wieder verschwindet. Ich denke, dass wir es bei Freak City also mit einem Western zu tun haben. Der Krimi wäre das unterstützende Genre. Ein Western ist sowieso eine Mischung aus den Genres Action, Krimi und Gesellschaft.

Ich hoffe für die folgenden Bücher der Reihe, dass sich die Geschichte stärker auf den Protagonisten Pearl bezieht und dass seine Facetten noch durch verschiedene Krisen, denen er sich stellen muss, dargestellt werden. Der Beginn des Buches mit der Beschreibung Pearls in Stichpunkten finde ich nicht so überzeugend, weil ich dieser Art Behauptung nicht traue. Eine Figur wird erst dann für mich glaubhaft, wenn ich an ihren Entscheidungen erleben kann, die sie in Krisensituationen trifft, wer sie wirklich ist.

Ich bin gespannt, wie die Freak City Reihe weitergeht!

 

Willst du deine eigene Szene analysiert haben?

Dann sende sie mir an mel@storyanalyse.de. Ich analysiere sie kostenlos für dich, wenn du mit der Veröffentlichung deiner Szene einverstanden bist. Ich stelle sie als Beispiel inklusive meiner Anmerkungen in dieser Kategorie ein. Ansonsten kannst du hier auch die kostenpflichtige, umfassendere Version der Szenenanalyse anfragen.


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Melanie Naumann ist die erste deutsche zertifizierte Story Grid Lektorin. Sie liebt die Analyse von Geschichten – global betrachtet bis hin zu den Szenen und Beats – und hilft Autoren, eine authentische und charakterstarke Handlung in jeder Art von Setting zu entwickeln. Sie bietet sowohl die Diagnose eines Manuskripts an, als auch wöchentliche Coachinggespräche zwischen Autor und Lektor.

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